Leiserer Betrieb durch Lüftermodifikation

Der Lüfter meines Rigol DHO 804 war im Betrieb unangenehm laut, zudem war der anfängliche chemische Geruch im Wohnraum kaum auszuhalten. Zwar verschwand dieser nach einigen Tagen, doch der störende, sirenenartige Ton des Lüfters blieb bestehen. Eine passende Lösung fand ich im Blog von Brian Dorey: Rigol DHO804 Oscilloscope Quiet Fan Mod

Rigol DHO 804

Hinweis: Der hier beschriebene Umbau erfolgt auf eigene Verantwortung. Durch Eingriffe in das Gerät kann die Herstellergarantie erlöschen.

Umbau des Rigol DHO 804

Anders als von Brian Dorey vorgeschlagen, habe ich keinen M3-Metallgewindeeinsatz in das neue Gehäuse integriert. Stattdessen habe ich die 2-mm-Bohrungen auf 2,5 mm aufgebohrt und ein M3-Gewinde geschnitten. Für die Verschraubung habe ich Nylon-Kunststoffschrauben gewählt, da ich keine größeren Belastungen an der Befestigung erwarte. Ausschlaggebend war jedoch die Überlegung, dass eine Metallschraube im Inneren des Oszilloskops auf die Platine fallen könnte, falls sie sich löst.

Alter und neuer Lüfter

Bauteile

Mein besonderer Dank gilt Brian Dorey für die STL-Datei, die er auf seinem Blog zur Verfügung stellt. Mit diesem 3D-Modell ließ sich der Druck problemlos realisieren. Rigol DHO804 Oscilloscope Quiet Fan Mod

Anmerkung
Im Zuge der Überlegung, künftig auch eigene Lösungen im 3D-Druck umzusetzen, bin ich auf FreeCAD gestoßen, ein kostenloses parametrisches Konstruktionsprogramm für das 2D- und 3D-Design von Objekten jeder Größe. Für das vorliegende Projekt kam es noch nicht zum Einsatz, stellt jedoch für zukünftige Vorhaben einen vielversprechenden Ansatz dar. Umfangreiche Tutorials zu FreeCAD sind im Internet verfügbar.

3D Druck

Für den 3D-Druck habe ich mich an JB3D-Druck gewandt. Nach dem Hochladen des 3D-Modells wählte ich als Material PETG – Grau (PETG ist schlagfest und flexibler als PLA; SLA Black Resin wurde nicht angeboten). Der Preis lag bei knapp 25 € inklusive Versand. Bestellt hatte ich am Freitagnachmittag, und bereits am darauffolgenden Mittwoch um 13:00 Uhr wurde das Paket per Post zugestellt.

Temperatur

Abgelesen im Rigol-Menü: Utility / Self Check / Board Test

Brian Dorey weist darauf hin, dass sich aufgrund der insgesamt niedrigeren Temperaturen die Lüfterdrehzahl durch einen in Reihe geschalteten Widerstand weiter reduzieren ließe. Aus meiner Sicht ist ein solcher Eingriff jedoch nicht erforderlich, da der Geräuschpegel bereits deutlich reduziert ist.

Geräuschpegel

Das Betriebsgeräusch lässt sich als gleichmäßiges, ruhiges Rauschen beschreiben, das bei der Arbeit mit dem Oszilloskop schnell in den Hintergrund tritt. Entscheidend ist die deutlich angenehmere Frequenz, die im Vergleich zum ursprünglichen Zustand nicht mehr als störend wahrgenommen wird.

Rückseite des Rigol DHO 804 mit Lüftermodifikation