Warum Gitarre spielen?

Musik zu machen ist eine der unmittelbarsten und schönsten Möglichkeiten, sich auszudrücken. Sie braucht keine großen Worte und keine perfekten Bedingungen: ein Instrument, ein wenig Zeit und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, genügen oft schon. Dabei geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern vor allem um den Weg dorthin: das Entdecken von Klängen, das Verstehen von Zusammenhängen und die Freude daran, etwas mit den eigenen Händen entstehen zu lassen.

Strichmännchen mit Gitarre

Gerade die Gitarre ist dafür ein idealer Begleiter. Sie ist vielseitig, vergleichsweise leicht zugänglich und kann sowohl allein als auch im Zusammenspiel mit anderen Menschen eingesetzt werden. Ob einfache Akkorde am Anfang oder komplexere Stücke später, jeder Fortschritt ist hörbar und motiviert, weiterzumachen. Mit der Zeit entwickelt sich nicht nur die Technik, sondern auch das musikalische Verständnis.

Wichtig ist dabei nicht, wie schnell man vorankommt, sondern dass man dranbleibt. Regelmäßiges Üben, Geduld und Neugier führen Schritt für Schritt weiter. Rückschläge gehören genauso dazu wie Erfolgserlebnisse. Und oft sind es gerade die kleinen Fortschritte, die den größten Antrieb geben.

Diese Seite beschreibt meinen eigenen Weg mit der Gitarre, mit längeren Pausen, neuen Anfängen und der Erfahrung, dass es nie zu spät ist, sich wieder mit Musik zu beschäftigen.

Mein Weg zur Gitarre

Anfänge (1963)

Wolfgang beim Gitarre spielen Begeistert von der Beatmusik, begann ich 1963 Gitarre zu lernen. Ein Klassenkamerad bot mir an, mit ihm zusammen bei seinem Vater Unterricht zu nehmen. Wir sollten gleich zu Anfang Barrégriffe üben, was sehr anstrengend für unsere untrainierten Finger war. Entsprechend war das Ergebnis. Obwohl ich jeden Tag übte, war mein Lernerfolg mäßig. Mein Vater sah sich das ein halbes Jahr lang mit an und war bald nicht mehr bereit, den Unterricht zu bezahlen. Eine Weile versuchte ich noch vergeblich, das Gelernte selbstständig anzuwenden. Ausbleibende Erfolgserlebnisse und die mittlerweile verstimmte Gitarre ließen meine Bemühungen schließlich einschlafen.

Studienzeit

Zehn Jahre weiter, während meiner Studienzeit, nahm ich Unterricht an einer Gitarrenschule, die einem Musikfachgeschäft angeschlossen war. Wir waren vier Schüler, die von einem Musikstudenten unterrichtet wurden. Wir lernten, einfache Akkorde zu greifen und gängige Lieder zu schrammeln. Aber auch dieser Versuch, richtig Gitarre zu spielen, war nur eine kleine Episode. Prüfungsklausuren und mein Einstieg ins Berufsleben gewannen an Bedeutung.

Neuer Anlauf (1985)

Erst 1985 fand ich wieder Gelegenheit, mich mit dem Gitarrespiel zu beschäftigen. Im Bürgerhaus unseres Stadtteils bot ein Hobby-Gitarrist Unterricht an. Es war schwierig für mich, nach Arbeitsschluss täglich zu üben. Und als dann Anfang '86 mein Sohn zur Welt kam, wurde die Gitarre endgültig zur Nebensache.

Wiedereinstieg später

Wolfgang beim Gitarre spielen Später, nach meinem Abschied vom Berufsleben besann ich mich wieder darauf, Musik zu machen. Jetzt war allerdings nach dieser langen Pause kaum mehr etwas vom Gelernten vorhanden. Dieses Mal waren Lehrprogramme auf dem PC, Tutorials im Internet, Bücher und diverse Publikationen meine Lehrer. Ich fing an, mich für Harmonielehre und Notenlesen zu interessieren, und ich übte erneut Griffwechsel einfacher Grundakkorde.

Suche nach Unterricht

Es brachte mir viel Spaß, langsam aber stetig immer besser zu werden. Das ging so lange gut, bis die Erfolgserlebnisse seltener wurden und meine Motivation stagnierte. Es war jetzt an der Zeit, jemanden zu finden der mich in meinen Bemühungen unterstützt. Ich begab mich auf die Suche nach einem Gitarrenlehrer. Er sollte hauptberuflich unterrichten, ausgebildeter Musiker sein und Unterrichtserfahrung haben.

Januar 2015

Letzten Freitag hatte ich eine Probestunde bei Philipp Straske. https://www.musikmatrose.de . Die Stunde hat mir sehr gut gefallen. Am Sonntagabend darauf erreichte mich seine E-Mail: „… Mir gefällt, was du bisher erreicht hast, und ich denke, da ist noch ordentlich Potenzial drin. Ich denke, das Beste wird Einzelunterricht sein – da bist du dann auch am flexibelsten …“

Dezember 2020

Nach fünf Jahren Gitarrenunterricht bei Philipp habe ich mich entschlossen ohne Lehrer weiter zu machen. Es wird sicherlich nicht einfach sein. Alles was ich bis jetzt gelernt habe, verdanke ich dem Unterricht bei Philipp.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass es beim Lernen nicht nur um Technik geht, sondern vor allem darum, Zusammenhänge zu verstehen und einen eigenen Zugang zur Musik zu finden.

Mein aktueller Ansatz

Heute gehe ich das Gitarrelernen bewusster und strukturierter an als früher.

Das Schöne am Lernen: niemand kann es einem mehr nehmen

verschiedene Gitarren

Immer am Start:
Fender Eric Clapton „Blackie" Stratocaster (1994 )
und Taylor 526e (2013)

„Der beste Tag zum Üben ist heute"

Mehr zu meinen Gitarren

Vorbilder

Till There Was You ⎪Joscho Stephan Trio (YouTube)
Joscho Stephan & Adam Rafferty (YouTube)
So zu spielen wie Joscho Stephan wird für mich wohl ein Traum bleiben.
Mein Trost:
Sollte ein Tag kommen, an dem alle Ziele erreicht sind, waren sie zu niedrig gewählt.

Lernplattformen

Aktuell nutze ich mehrere Lernplattformen. Mein klarer Schwerpunkt liegt dabei auf Fingerfux, insbesondere bei den Themen CAGED-System und Travis Picking. Andi von Fingerfux

Mir gefällt bei Andi von Fingerfux besonders, dass ich dort genau das lerne, was mir beim Gitarrelernen wichtig ist: nachhaltiges Verständnis statt schneller Tricks. In seinem Online-Unterricht erhalte ich verständliche und gut strukturierte Anleitungen, mit denen ich mich Schritt für Schritt weiterentwickeln kann.

Ergänzend dazu nutze ich weitere Plattformen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei Bernd von Gitarrenlehrer Online gefällt mir besonders, wie praxisnah er zeigt, das Gelernte auch effizient zu üben, ganz nach dem Motto: „Der beste Tag zum Üben ist heute“. Bernd Kiltz

Bei Christian Konrad habe ich mich ergänzend mit den sieben Modes (Kirchentonarten) der Durtonleiter beschäftigt, was mir ein besseres theoretisches Verständnis ermöglicht hat. Gitarrenvideounterricht

Darüber hinaus finde ich GuitarZero2Hero interessant. Besonders spannend ist sein Ansatz, die Akkordstrukturen großer Künstler verständlich zu machen – mit dem Ziel, diese Prinzipien selbst anwenden zu können. https://www.guitarzero2hero.com/

Erwähnenswert ist außerdem Adam Rafferty, ein hervorragender Musiker und Komponist. Seine Inhalte bieten wertvolle Einblicke und Inspiration – ein Besuch seiner Seite lohnt sich auf jeden Fall. https://www.adamrafferty.com/lessons/

Noten schreiben mit Guitar Pro

Guitar Pro ist das Notenprogramm, das ich am häufigsten nutze. Es überzeugt durch eine intuitive Bedienung und ermöglicht es, musikalische Ideen schnell und unkompliziert festzuhalten.

Besonders hilfreich ist die integrierte Wiedergabefunktion: Eingegebene Noten lassen sich direkt anhören, was das Erstellen und Überprüfen von Riffs, Melodien oder kompletten Arrangements deutlich erleichtert.

Die übersichtliche Darstellung sowie die Tabulatur-Ansicht machen das Programm besonders für Gitarristen sehr geeignet. Website von Guitar Pro

Musiklehre

Grundkenntnisse in Musiklehre können sehr hilfreich sein, um musikalische Zusammenhänge wie Rhythmus, Tonleitern oder Harmonien besser zu verstehen und das allgemeine Verständnis für Musik zu vertiefen.

Für mich wurde das Thema besonders greifbar, als ich angefangen habe, den Aufbau von Akkorden wirklich nachzuvollziehen – ausgehend von Tonleitern und Intervallen. Viele Dinge, die zuvor abstrakt wirkten, ergaben plötzlich einen Zusammenhang.

Diesen Weg habe ich auf einer eigenen Seite ausführlich beschrieben:
Akkordaufbau verstehen – Tonleitern, Intervalle und ihre Zusammenhänge

Gleichzeitig ist Musiktheorie keine zwingende Voraussetzung, um selbst Musik zu machen. Viele Ideen entstehen intuitiv durch Ausprobieren und Hören. Musiklehre dient daher eher als unterstützendes Werkzeug denn als Pflicht.

Wer sich dennoch intensiver mit Musiktheorie beschäftigen möchte, findet hier hilfreiche, frei zugängliche Ressourcen:

Üben auf der E-Gitarre zu laut?

Beim Üben auf der E-Gitarre kann die Lautstärke schnell zum Problem werden, besonders in einer Wohnung oder am Abend. Selbst auf niedrigen Einstellungen ist ein klassischer Verstärker oft noch zu laut.

Eine einfache Lösung sind Mikro-Verstärker für Kopfhörer. Sie werden direkt in die Gitarre gesteckt und ermöglichen lautloses Üben mit verschiedenen Sounds und Effekten. Ich nutze so einen Micro-Amp regelmäßig, um flexibel und ungestört zu üben.

Micro Amp und Gitarre

Amazon: Fender Mustang Mikro-Verstärker

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