Akkordaufbau – mein Weg ihn zu verstehen
Diese Seite ist aus meinem eigenen Lernprozess entstanden und versammelt persönliche Notizen zum Akkordaufbau, die mir helfen, Zusammenhänge beim Gitarrenspiel besser zu verstehen und schnell wiederzufinden.
Ausgangspunkt war die Frage, warum eine Gitarre für meine Ohren nur dann harmonisch klingt, wenn bestimmte Akkorde gegriffen werden. Diese waren mir zunächst abstrakt und wurden vor allem praktisch vermittelt. Daraus wuchs nach und nach das Interesse, ihren Aufbau und ihre Beziehungen untereinander besser zu begreifen.
Im Laufe der Zeit entstanden so Notizen, die sich schrittweise erweitert haben und heute mein persönliches Nachschlagewerk bilden – zum Auffrischen, Nachdenken und erneuten Nachvollziehen.
Diese Seite versteht sich ausdrücklich nicht als Unterricht. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder musiktheoretische Tiefe, sondern spiegelt meinen eigenen, praxisorientierten Zugang wider. Behandelt wird nur, was ich selbst nachvollziehen und verstehen kann; weiterführende Konzepte bleiben bewusst außen vor.
Die Inhalte dieser Seite beziehen sich auf die diatonische Harmonisierung innerhalb einer Tonart und folgen der gebräuchlichen westlichen Musiktheorie. Verwendet wird die internationale Notenschreibweise, bei der B dem deutschen H entspricht und B♭ das deutsche B bezeichnet.
Inhalte auf dieser Seite
Tonleitern als Grundlage
Akkorde, wie sie auf der Gitarre üblicherweise gegriffen werden, basieren überwiegend auf der diatonischen Tonleiter. Sie ist eine siebenstufige Tonleiter, bei der die Oktave in eine festgelegte Folge von fünf Ganzton- und zwei Halbtonschritten unterteilt wird. Auf dem Griffbrett bestimmen diese Abstände, welche Töne sich zu Akkorden verbinden lassen und wie stabil oder spannungsvoll ein Klang empfunden wird.
Die Abstände zwischen den Tönen werden in der Musiktheorie als Intervalle bezeichnet (z. B. Sekunde, Terz, Quinte). Auf der Gitarre entsprechen sie konkreten Griffabständen, etwa über mehrere Bünde oder Saiten hinweg, und lassen sich unmittelbar greifen und hören.
Die diatonische Tonleiter ist nicht mit der chromatischen Tonleiter zu verwechseln. Diese besteht ausschließlich aus Halbtonschritten, etwa:
C – C♯ – D – D♯ – E – F – F♯ – G – G♯ – A – A♯ – B – C usw.
Sie umfasst damit alle weißen und schwarzen Klaviertasten in aufsteigender Reihenfolge; auf der Gitarre entspricht dies jedem einzelnen Bund der jeweiligen Saite.
Die diatonische Tonleiter hingegen wählt aus dieser Fülle sieben charakteristische Töne pro Oktave aus. Ihre Schrittfolge in der Dur-Tonart lautet:
Ganz – Ganz – Halb – Ganz – Ganz – Ganz – Halb
Daraus ergibt sich beispielsweise die C-Dur-Tonleiter:
C – D – E – F – G – A – B – C
Neben der Dur-Tonleiter spielt auch die diatonische Molltonleiter eine zentrale Rolle auf der Gitarre. Sie verwendet denselben Tonvorrat wie ihre parallele Dur-Tonleiter, setzt jedoch einen anderen Grundton in den Mittelpunkt. Dadurch verschieben sich die tonalen Funktionen der einzelnen Töne, und es entsteht der typisch mollige, dunklere Klangcharakter.
Die Schrittfolge der natürlichen Molltonleiter (äolisch) lautet:
Ganz – Halb – Ganz – Ganz – Halb – Ganz – Ganz
Ein bekanntes und gitarristisch besonders zugängliches Beispiel ist A-Moll:
A – B – C – D – E – F – G – A
Auf dem Griffbrett zeigen sich Dur- und Molltonarten häufig als Variationen derselben Skalen- und Akkordmuster. Vertraute Formen lassen sich sowohl in Dur als auch in Moll nutzen, indem ein anderer Ton als Grundton wahrgenommen und betont wird. Dies ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis von Lagen, Akkordaufbau und musikalischen Zusammenhängen auf der Gitarre.
Sowohl in Dur als auch in Moll übernimmt jeder Ton eine eigene Funktion im tonalen Gefüge (Grundton, Terz, Quinte usw.). Aus diesen Funktionen entstehen die typischen Akkorde und Akkordfolgen, wie sie in offenen Akkorden, Barrégriffen und Skalenformen auf der Gitarre alltäglich sind.
Damit bilden die diatonischen Dur- und Molltonleitern die theoretische und praktische Grundlage für Akkordspiel, Begleitung, Improvisation und ein tieferes Verständnis des Griffbretts.
Intervalle – Abstände als Bausteine
Die Abstände zwischen zwei Tönen werden in der Musiktheorie als Intervalle bezeichnet. Sie beschreiben nicht die absolute Tonhöhe, sondern das Verhältnis zweier Töne zueinander. Intervalle sind damit die grundlegenden Bausteine, aus denen sowohl Tonleitern als auch Akkorde aufgebaut sind.
In Tonleitern erscheinen Intervalle nacheinander als Schrittfolge von Ganz- und Halbtönen. In Akkorden dagegen erklingen mehrere Intervalle gleichzeitig. Der Wechsel von der Tonleiter zum Akkord ist daher kein Bruch, sondern eine andere Art, dieselben Abstände zu nutzen.
Auf der Gitarre entsprechen Intervalle konkreten Griffabständen auf dem Griffbrett. Sie können sich über mehrere Bünde, über verschiedene Saiten oder über unterschiedliche Lagen erstrecken. Dadurch lassen sich Intervalle nicht nur theoretisch benennen, sondern direkt greifen, hören und vergleichen.
Bezeichnungen wie Sekunde, Terz, Quinte oder Septime ergeben sich aus der Stellung der Töne innerhalb der Tonleiter. So entscheidet etwa die Terz darüber, ob ein Akkord als Dur oder Moll empfunden wird, während die Quinte meist für klangliche Stabilität sorgt. Andere Intervalle erzeugen gezielt Spannung oder Farbe.
Wer Intervalle auf dem Griffbrett erkennt, versteht, warum Akkorde so klingen, wie sie klingen, und warum sich bestimmte Griffbilder logisch aus der Tonleiter ableiten lassen. Intervalle verbinden damit die theoretische Struktur der Tonleiter mit der praktischen Klangwelt der Akkorde.
Akkorde und Klanggebilde auf der Gitarre
Akkorde entstehen, wenn mehrere Intervalle gleichzeitig erklingen. Während Tonleitern Intervalle nacheinander ordnen, fassen Akkorde ausgewählte Abstände zu einem gleichzeitigen Klangbild zusammen. Sie sind damit eine direkte Weiterführung der in der Tonleiter angelegten Struktur.
In der abendländischen Harmonielehre bezeichnet ein Akkord den Zusammenklang von mindestens drei verschiedenen Tönen, die in festen Intervallbeziehungen zueinander stehen. Auf der Gitarre kommen jedoch auch häufig Zweiklänge zum Einsatz, etwa Kombinationen aus Grundton und Quinte. Diese sind klanglich prägend, gelten musiktheoretisch jedoch nicht als vollständige Akkorde, da sie nicht alle entscheidenden Intervalle enthalten.
Je nach Anzahl der gleichzeitig klingenden Intervalle unterscheidet man Drei-, Vier- oder Fünfklänge. Theoretisch lassen sich Akkorde durch weitere Intervalle bis zur None, Undezime oder Tredezime erweitern. In der praktischen Gitarrenanwendung sind solchen Erweiterungen durch die sechs Saiten jedoch natürliche spieltechnische Grenzen gesetzt.
Häufige Intervallbezeichnungen (bezogen auf den Grundton)
- Prime – derselbe Ton (Oktavverdopplungen zählen als Prime)
- Sekunde – Abstand zum nächsthöheren oder -tieferen Ton der Tonleiter
- Terz – bestimmt maßgeblich den Dur- oder Mollcharakter eines Akkords
- Quarte – spannungsreiches Intervall, oft in Vorhalten oder Erweiterungen
- Quinte – klanglich stabil, Grundbestandteil fast aller Akkorde
- Sexte – farbgebend, häufig in Melodien und erweiterten Akkorden
- Septime – spannungserzeugend, prägend für Septakkorde
- Oktave – Wiederholung des Grundtons in höherer oder tieferer Lage
Art der Intervalle (Kurznotation)
In der Akkord- und Intervallbezeichnung wird häufig eine verkürzte Schreibweise verwendet. Die Zahl gibt die Stufe an, Vorzeichen kennzeichnen die Art des Intervalls.
- 1 – Prime (0 Halbtonschritte)
- ♭2 – kleine Sekunde (1 Halbtonschritt)
- 2 – große Sekunde (2 Halbtonschritte)
- ♭3 – kleine Terz (3 Halbtonschritte)
- 3 – große Terz (4 Halbtonschritte)
- 4 – reine Quarte (5 Halbtonschritte)
- ♯4 / ♭5 – übermäßige Quarte / verminderte Quinte (6 Halbtonschritte)
- 5 – reine Quinte (7 Halbtonschritte)
- ♭6 – kleine Sexte (8 Halbtonschritte)
- 6 – große Sexte (9 Halbtonschritte)
- ♭7 – kleine Septime (10 Halbtonschritte)
- 7 – große Septime (11 Halbtonschritte)
- 8 – Oktave (12 Halbtonschritte)
Zweiklänge (Powerchords)
Ein typisches Beispiel für einen Zweiklang ist der Powerchord. Er besteht aus dem Grundton und der Quinte und wird häufig durch die Oktave des Grundtons ergänzt.
Trotz seines Namens ist der Powerchord kein vollständiger Akkord, da ihm die Terz fehlt. Die Oktave zählt lediglich als Verdopplung eines vorhandenen Tons und erweitert den Akkord nicht im musiktheoretischen Sinn.
Dreiklänge
Dreiklänge gehören zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Akkorden. Sie bestehen aus:
- dem Grundton
- der Terz
- der Quinte
Ein Beispiel ist der C-Dur-Akkord mit den Tönen C (Grundton), E (große Terz) und G (Quinte).
Vierklänge (Septakkorde)
Ein häufig verwendeter Vierklang ist der Septakkord, der besonders in der Jazz- und Popularmusik eine wichtige Rolle spielt. Er setzt sich aus Grundton, Terz, Quinte und einer Septime zusammen. Je nachdem, ob Terz, Quinte und Septime groß, klein oder vermindert sind, entstehen unterschiedliche Arten von Septakkorden.
Fünfklänge und praktische Grenzen
Fünfklänge sind auf der Gitarre eher selten und spieltechnisch anspruchsvoll. Besonders für weniger routinierte Spieler kann es hilfreich sein, solche Klangstrukturen auf zwei Gitarren zu verteilen – etwa eine Gitarre mit Schwerpunkt auf den Bass-, die andere auf den Diskantsaiten.
Akkordbezeichnungen und Griffbilder
Die Akkordbezeichnung ergibt sich aus dem Grundton sowie den Intervallen der übrigen Akkordtöne. In der gitarristischen Praxis werden Akkorde meist über Griffbilder erlernt. Diese zeigen, mit welchem Finger welche Saite in welchem Bund gegriffen wird.
Theorie als Ergänzung zur Praxis
Eine ergänzende theoretische Betrachtung besteht darin, sich bewusst mit den zum Akkord gehörenden Tönen auseinanderzusetzen. Wer weiß, welche Töne einen Akkord bilden und wo sie sich auf dem Griffbrett befinden, kann leichter Variationen spielen und gezielt interessante Klangfolgen entwickeln. Diese Herangehensweise ergänzt das praktische Musizieren nach Gehör sinnvoll.
Übungsblätter zur Akkordanalyse
Für die theoretische Arbeit und das Erlernen von Akkorden habe ich eigene Übungsblätter erstellt. Die Aufgaben sind dabei klar strukturiert und folgen festen Arbeitsschritten:
- Notieren der Tonleiter
- Ableiten der Akkordtöne für jede Stufe
- Eintragen der Intervalle und der zugehörigen Halbtonschritte
- Bestimmen der Akkordbezeichnung anhand der vollständigen Tabelle
Im dargestellten Beispiel zur C-Dur-Tonleiter sind diese Schritte bereits ausgeführt.
In Stufe I sind unter anderem die Akkorde C und Cmaj7 eingetragen:
- C-Dur aufgrund der großen Terz (3)
- Cmaj7 aufgrund der großen Terz (3), der reinen Quinte (5) und der großen Septime (7)
Die Stufen II bis VII wurden analog zu Stufe I bearbeitet.
Das Übungsblatt dient dazu, die vorgestellten Zusammenhänge eigenständig nachzuvollziehen. Durch das Eintragen von Tönen, Intervallen und Akkordstrukturen lassen sich die theoretischen Inhalte unmittelbar mit dem Griffbrett verknüpfen und im praktischen Spiel verankern. Auf diese Weise verbindet die Darstellung gitarristische Praxis mit einer soliden musiktheoretischen Grundlage und schlägt eine Brücke zwischen theoretischem Wissen und praktischem Musizieren.
Für jede Tonleiter mit den zugehörigen Stufen I bis VII wird ein eigenes, zunächst leeres Übungsblatt verwendet und systematisch bearbeitet. Auf diese Weise bleibt der Fokus stets auf einer klar abgegrenzten Tonleiter und ihren Akkordstrukturen.
Ob die ermittelten Akkordtöne und Bezeichnungen korrekt sind, lässt sich anschließend anhand externer Hilfsmittel überprüfen. Eine praktische Möglichkeit bieten Grifftabellen, in denen die einzelnen Akkordtöne auf dem Griffbrett gekennzeichnet sind, zum Beispiel der sogenannte Chord Picker auf Oolimo:
https://www.oolimo.com/de/gitarrenakkorde/finden
Darüber hinaus ist bei Oolimo die interaktive Analyse von Akkorden besonders hilfreich. Hier werden sowohl die enthaltenen Akkordtöne als auch die zugrunde liegenden Intervalle anschaulich dargestellt:
https://www.oolimo.com/de/gitarrenakkorde/analysieren
Für eine weiterführende, theoretisch vertiefende Betrachtung bieten sich zudem die entsprechenden Artikel auf Wikipedia an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Akkordsymbol
https://de.wikipedia.org/wiki/Septakkord
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht nicht allein das Ergebnis in Form einer vollständigen Akkordsammlung. Der Weg ist das Ziel. Entscheidend ist die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Aufbau der Akkorde: ihr schrittweises Erarbeiten, das bewusste Verstehen ihrer Struktur und das allmähliche Verinnerlichen ihrer klanglichen Zusammenhänge.
Auf diese Weise wird theoretisches Wissen zu einem praktischen Werkzeug, mit dem sich das musikalische Spiel nachhaltig bereichern lässt.
Kurzbeschreibung zum Übungsblatt
- Tonart festlegen
Lege zunächst die Tonart fest (z. B. F-Dur). Daraus ergibt sich der Tonvorrat der Tonleiter. - Tonleiter eintragen
Trage die Töne der Dur-Tonleiter (und optional die Moll-Parallele) vollständig ein. Die Oktave ist die Wiederholung des Grundtons. - Stufen bestimmen
Jede Stufe (I–VII) beginnt mit einem Ton der Tonleiter und bildet die Grundlage für einen Akkord. - Akkordtöne ableiten
Bestimme für jede Stufe die Akkordtöne: Prime (Grundton), Terz, Quinte und – bei Septakkorden – die Septime. - Intervalle prüfen
Ermittle die Intervalle der Akkordtöne in Bezug auf den Grundton und trage die entsprechenden Halbtonschritte ein. - Akkord benennen
Bestimme anhand der Intervalle die Akkordbezeichnung (z. B. Dur, Moll, 7, Maj7, halbvermindert). - Ergebnis reflektieren
Nutze Grifftabellen oder interaktive Werkzeuge zur Kontrolle und vergleiche Theorie und Klang auf dem Instrument.
Detaillierte Beschreibung wie mit dem Übungsblatt gearbeitet werden kann:
Es wird die internationale Notenschreibweise verwendet.
Dabei entspricht B dem deutschen H; das deutsche B wird als B♭ bezeichnet.
1
Wir benötigen in dieser Übung für den Aufbau eines Akkords eine Auswahl von sieben Tönen aus der Tonleiter, ergänzt durch die Oktave als Wiederholung des Grundtons.
Die zugrunde liegende chromatische Tonleiter besteht aus einer Folge von zwölf Halbtonschritten innerhalb einer Oktave. Die Auswahl der Töne erfolgt, indem wir uns auf eine Tonart festlegen. In diesem Beispiel ist es F-Dur.
2
Hier werden die Töne der F-Dur-Tonleiter eingetragen. Es sind die Töne
F – G – A – Bb – C – D – E – F,
entsprechend dem allgemeingültigen Aufbau einer Dur-Tonleiter:
GT – GT – HT – GT – GT – GT – HT.
Bezogen auf F-Dur bedeutet dies:
F zu G = Ganzton, G zu A = Ganzton, A zu Bb = Halbton usw.
3
Hier kann ergänzend die Moll-Parallele notiert werden. Dies ist die Moll-Tonleiter, die denselben Tonvorrat besitzt wie die zugehörige Dur-Tonleiter.
Zur F-Dur-Tonleiter gehört die D-Moll-Tonleiter mit der Tonfolge
D – E – F – G – A – Bb – C – D
und dem allgemeinen Aufbau der natürlichen Moll-Tonleiter:
GT – HT – GT – GT – HT – GT – GT.
4
Hier werden die Töne eingetragen, die den Akkord bilden. In diesem Beispiel sind es die Töne der F-Dur-Tonleiter: die Prime (Grundton), die Terz, die Quinte und – beim Septakkord – die Septime. In Stufe I sind dies die Töne F – A – C – E.
5
Hier werden das Intervall und die entsprechenden Halbtonschritte eingetragen.
Für die Prime steht immer das Intervall 1 mit 0 Halbtonschritten.
Bei Terz, Quinte und Septime unterscheidet sich die Anzahl der Halbtonschritte je nach Art des Intervalls (z. B. große oder kleine Terz, reine oder verminderte Quinte, große oder kleine Septime).
6
Hier werden für alle weiteren Stufen analog zur Stufe I die Töne aus der zuvor festgelegten Tonleiter eingetragen.
Stufe II beginnt mit G und enthält die Terz Bb, die Quinte D und die Septime F.
Stufe III beginnt mit A, Stufe IV mit Bb usw.
7
Hier wird die Akkordbezeichnung eingetragen. Sie lässt sich anhand folgender Regeln bestimmen:
- Der Grundton (Prime) gibt dem Akkord seinen Namen.
- Eine große Terz (3) kennzeichnet einen Dur-Akkord, eine kleine Terz (b3) einen Moll-Akkord.
- Ein Akkord mit einer Septime ist ein Septakkord, unabhängig davon, ob es sich um eine große Septime (7) oder eine kleine Septime (b7) handelt.
- Eine große Septime (7) ergibt einen Dur-Septakkord (Maj7).
- Eine kleine Septime (b7) ergibt – je nach Terz – einen Dominantseptakkord (7) oder Mollseptakkord (m7).
- Ein Akkord mit den Intervallen 1 – b3 – b5 ist ein verminderter Akkord.
- Wird dieser um eine kleine Septime (b7) erweitert, entsteht ein halbverminderter Septakkord.
Akkordtypen und Stufenfunktionen in Dur- und Molltonarten
Feste Akkordtypen innerhalb der Dur-Tonleiter
In jeder Dur-Tonart sind die Akkorde auf den Stufen I, IV und V Dur-Akkorde, auf den Stufen II, III und VI Moll-Akkorde, die VII. Stufe ist vermindert. Verschiebt man ein Skalen- oder Akkordmuster auf dem Griffbrett, ändern sich zwar die Tonhöhen, die harmonische Funktion bleibt jedoch gleich.
Übertragbarkeit auf alle Dur-Tonarten
Deshalb lassen sich viele Akkordfolgen, Skalen und Licks problemlos in andere Tonarten übertragen, indem sie entlang des Griffbretts verschoben werden.
Dur- und Moll-Parallelen
Die Moll-Tonleiter besitzt im Vergleich zur Dur-Tonleiter einen anderen Aufbau. Betrachtet man jedoch denselben Tonvorrat von einem anderen Grundton aus, entsteht die Moll-Parallele. Sie liegt eine kleine Terz unter dem Grundton der Dur-Tonart und entspricht deren VI. Stufe. Zur Tonart C-Dur gehört somit A-Moll.
Auf der Gitarre bedeutet das: Dur- und Moll-Parallelen verwenden identische Töne und häufig dieselben Griffbilder. Der Unterschied entsteht nicht durch neue Skalen oder Akkorde, sondern durch die Verschiebung des tonalen Zentrums. Wird ein anderer Ton als Grundton betont, verändert sich der Charakter von Dur zu Moll.
Beispiel: C-Dur ↔ A-Moll, G-Dur ↔ E-Moll – gleicher Tonvorrat, unterschiedlicher Grundton.
Der Quintenzirkel ordnet die Tonarten nach dem Abstand einer reinen Quinte. Im Uhrzeigersinn kommt jeweils ein Kreuz (♯) hinzu, gegen den Uhrzeigersinn ein Be (♭). Tonarten mit ähnlichen Vorzeichen liegen dadurch direkt nebeneinander, sodass ihre tonale Verwandtschaft unmittelbar erkennbar wird.
Dur- und Moll-Parallelen im CAGED-System
Im CAGED-System beruhen viele Dur- und Moll-Tonarten auf denselben Griffmustern. Die Moll-Parallele einer Dur-Tonart entsteht, wenn derselbe Tonvorrat von einem anderen Grundton aus gedacht wird. Sie liegt eine kleine Terz unter dem Grundton der Dur-Tonart und entspricht deren VI. Stufe. Zur Tonart C-Dur gehört somit A-Moll.
Auf der Gitarre bedeutet das konkret:
Ein CAGED-Dur-Shape und das zugehörige Moll-Shape liegen oft in derselben Lage oder greifen ineinander. Wird innerhalb eines bekannten Dur-Griffbildes der Grundton auf die VI. Stufe verlagert, ergibt sich automatisch die parallele Molltonart.
Der klangliche Unterschied entsteht nicht durch neue Töne, sondern durch die Verschiebung des tonalen Zentrums innerhalb desselben Shapes. Dadurch lassen sich Skalen, Akkordzerlegungen und Licks innerhalb eines CAGED-Patterns sowohl in Dur als auch in Moll einsetzen.
Im Quintenzirkel wird diese Beziehung sichtbar, da Dur- und Moll-Parallelen identische Vorzeichen besitzen und nebeneinander angeordnet sind. Das CAGED-System überträgt diese Ordnung direkt auf das Griffbrett und macht Tonartenwechsel und Parallelbeziehungen spielpraktisch nachvollziehbar.
Beispiel:
C-Dur-Shape ↔ A-Moll-Shape, G-Dur-Shape ↔ E-Moll-Shape – gleicher Tonvorrat, anderer Grundton.
Weitere gebräuchliche Akkordtypen
Neben den in der Akkordanalyse behandelten Dur-, Moll-, Sept- und verminderten Akkorden existieren weitere gebräuchliche Akkordformen. Dazu zählen unter anderem Slash-Akkorde, Sus-Akkorde, Add-Akkorde sowie Sext-Akkorde.
Ein Slash-Akkord ist zum Beispiel C/G (gesprochen: „C über G“). Dabei handelt es sich um einen C-Dur-Akkord, bei dem G im Bass erklingt. Der Basston ist hier nicht der Grundton, sondern ein anderer Ton des Akkords, in diesem Fall die Quinte.
Ein weiteres Beispiel ist F/G. Auch hier steht der Ton G im Bass. Bezogen auf den Grundton F handelt es sich um eine große Sekunde. Der Basston eines Slash-Akkords muss also kein Akkordton sein.
Bei Sus-Akkorden wird die Terz ersetzt:
- bei sus2 durch die Sekunde
- bei sus4 durch die Quarte
Da die Terz entfällt, ist ein Sus-Akkord weder Dur noch Moll. Grundsätzlich kann daher jeder Dur- oder Moll-Akkord durch einen entsprechenden Sus-Akkord ersetzt werden.
Bei Add-Akkorden wird einem Dur- oder Moll-Akkord ein zusätzlicher Ton hinzugefügt, ohne die Terz zu entfernen. Der grundlegende Akkordcharakter bleibt erhalten.
Ein Cadd9 besteht aus dem C-Dur-Dreiklang plus der None (D). Die None liegt einen Ganzton über der Oktave. Ein Add-Akkord enthält keine Septime.
Wird zusätzlich eine Septime verwendet, handelt es sich nicht mehr um einen Add-Akkord, sondern beispielsweise um einen C9-Akkord (Dominantseptakkord mit None).
Abschließend sei noch der Sext-Akkord erwähnt. Dabei handelt es sich um einen Dur-Akkord mit zusätzlicher großer Sexte.
Ein C6 besteht aus den Tönen C (Prime), E (große Terz), G (reine Quinte) und A (große Sexte). Auch ein Sext-Akkord enthält keine Septime.
Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Möglichkeiten, Akkorde klanglich zu erweitern, die je nach Stilrichtung und musikalischem Kontext eingesetzt werden.
Übermäßige Akkorde (aug / +)
Dreiklänge mit erhöhter Quinte (z. B. C–E–G♯).
Vollverminderte Septakkorde (°7)
Verminderter Dreiklang mit verminderter Septime (z. B. B–D–F–A♭).
Erweiterte Akkorde (9, 11, 13)
Erweiterungen von Septakkorden durch zusätzliche Terzen über der Oktave.
Alterierte Akkorde
Septakkorde mit veränderten Intervallen (z. B. ♭9, ♯9, ♭5, ♯5), insbesondere im Jazz gebräuchlich.
Diese Akkordvarianten bauen auf den Grundformen der Dreiklänge und Septakkorde auf und erweitern deren klangliche Möglichkeiten in unterschiedlichen musikalischen Kontexten.
Weiterführende Internetseiten
Wer sich intensiver mit Akkorden beschäftigen möchte, ist eingeladen, nicht nur sein Wissen zu vertiefen, sondern auch die klangliche Vielfalt kennenzulernen und Freude am Entdecken neuer Zusammenhänge zu entwickeln.
Im Internet finden sich zahlreiche weiterführende Angebote, die unterschiedliche Zugänge zum Thema Akkorde ermöglichen – vom praktischen Ausprobieren bis zur theoretischen Einordnung.
Eine anschauliche Einführung in das Thema Tonleitern bietet Fingerfux auf YouTube:
https://youtu.be/eVLrCCXnxZo?si=oF3uz1JxtigZHJVe
Praxisnah & interaktiv
-
Oolimo
https://www.oolimo.com
Sehr anschauliches Werkzeug zum Analysieren von Akkorden, Intervallen und Griffbrettpositionen. Ideal zum Erkunden und Vergleichen von Akkordvarianten. -
Gitarrengriffe Online
http://www.gitarrengriffe-online.de
Übersichtliche Akkordtabellen mit Fokus auf praktische Spielbarkeit.
Praxisnah & nachschlageorientiert
-
Gitarrengriffe Online:
https://www.gitarrengriffe-online.de/gitarrengriffe/
Übersichtliche Sammlung von Gitarrengriffen und Akkordformen zum schnellen Nachschlagen. Der Fokus liegt auf der praktischen Spielbarkeit, nicht auf musiktheoretischer Erklärung. -
Akkorde.info:
https://www.akkorde.info/
Große Akkorddatenbank mit klar dargestellten Griffbildern für verschiedene Instrumente. Gut geeignet, um Akkorde rasch zu finden, zu vergleichen und auszuprobieren.
Theorie verständlich erklärt
-
Wikipedia – Akkord / Akkordsymbol / Septakkord:
https://de.wikipedia.org/wiki/Akkord
https://de.wikipedia.org/wiki/Akkordsymbol
https://de.wikipedia.org/wiki/Septakkord
Gute Grundlage für Begriffe, Einordnung und Zusammenhänge, besonders zum gezielten Nachlesen.
Hörend & spielerisch entdecken (nicht alles kostenfrei)
-
Chordify:
https://www.chordify.net/
Zeigt Akkorde zu Songs und lädt dazu ein, Harmonien hörend nachzuvollziehen und praktisch mitzuspielen.
Kosten:
Nur Basic ist kostenlos, darüber hinaus Premium-Modelle verfügbar. -
JustinGuitar:
https://www.justinguitar.com/
Sehr zugänglicher Ansatz, um Akkorde im musikalischen Zusammenhang kennenzulernen – ohne Theorieüberladung.
Kosten:
Grundkurs und Website-Lessons sind kostenlos.
Titel: Gitarrenakkorde
Druckdatum: 14.05.2026
© 2026 Wolfgang Lessat – www.lessat.net