Elektrische Leiter

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Ein elektrischer Leiter ist ein Material, in dem sich Ladungsträger unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes frei bewegen können. In Metallen sind das die Elektronen der äußeren Atomhülle – die sogenannten freien Elektronen oder Leitungselektronen. Sie sind nicht fest an ein einzelnes Atom gebunden, sondern bilden eine Art „Elektronengas", das sich durch das gesamte Gitter bewegt.

Die Unterscheidung zwischen Leitern, Halbleitern und Isolatoren ergibt sich aus der Bandstruktur des Festkörpers: Bei Leitern überlappen Valenz- und Leitungsband, sodass bereits ohne externe Energie Elektronen zur Verfügung stehen.

Leiter Bandlücke \( E_g = 0 \) – freie Elektronen vorhanden (Metalle, Graphit)
Halbleiter Kleine Bandlücke \( E_g \approx 0{,}1 \ldots 3\,\text{eV} \) – Leitfähigkeit durch Dotierung oder Temperatur steuerbar (Si, Ge, GaAs)
Isolator Große Bandlücke \( E_g > 5\,\text{eV} \) – nahezu keine freien Ladungsträger (Glas, Keramik, Kunststoff)

In der Elektrotechnik werden Leiter für zwei grundlegend verschiedene Aufgaben eingesetzt: zur Energieübertragung (Kabel, Leiterbahnen, Stromschienen) und zur Signalübertragung (Koaxialkabel, Twisted-Pair, Busleitungen). Beide stellen unterschiedliche Anforderungen an Leitermaterial und Querschnitt.

Leitfähigkeit und Materialvergleich

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Die elektrische Leitfähigkeit \( \sigma \) (Sigma) gibt an, wie gut ein Material den elektrischen Strom leitet. Sie ist der Kehrwert des spezifischen Widerstands \( \rho \):

\( \sigma = \frac{1}{\rho} \qquad \left[\sigma\right] = \frac{\text{S}}{\text{m}} = \frac{1}{\Omega\,\text{m}} \)

In der Praxis sind vor allem drei Metalle als Leitermaterialien relevant:

Material Spez. Widerstand \( \rho \) bei 20 °C Leitfähigkeit \( \sigma \) Typische Anwendung
Silber (Ag) \( 1{,}59 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \) 62,9 MS/m HF-Kontakte, Hochleistungsverbindungen
Kupfer (Cu) \( 1{,}68 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \) 59,6 MS/m Kabel, Leiterbahnen, Wicklungen
Gold (Au) \( 2{,}44 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \) 41,0 MS/m Kontaktoberflächen, Bonddrähte
Aluminium (Al) \( 2{,}82 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \) 35,5 MS/m Freileitungen, Gehäuse, Chip-Metallisierung
Wolfram (W) \( 5{,}60 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \) 17,8 MS/m Glühfäden, Hochtemperaturanwendungen
Eisen (Fe) \( 1{,}00 \cdot 10^{-7}\,\Omega\text{m} \) 10,0 MS/m Transformatorkerne, Konstruktion

Kupfer ist das mit Abstand wichtigste Leitermaterial der Elektronik. Es vereint hohe Leitfähigkeit (nur knapp unter Silber), gute Verarbeitbarkeit, Lötbarkeit und akzeptable Kosten. Silber ist zwar besser leitfähig, aber deutlich teurer und weniger verbreitet. Aluminium wird dort eingesetzt, wo geringes Gewicht oder niedrige Kosten wichtiger sind als optimale Leitfähigkeit – etwa in der Freileitung und in modernen Halbleiter-Chips (Aluminium-Metallisierung).

Spezifischer Widerstand

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Der elektrische Widerstand eines Leiters hängt nicht nur vom Material ab, sondern auch von seiner Geometrie: Länge und Querschnittsfläche bestimmen den Widerstandswert. Der Zusammenhang lautet:

\( R = \rho \cdot \frac{l}{A} \)

\( R \) = Widerstand in Ohm  |  \( \rho \) = spezifischer Widerstand in \( \Omega\text{m} \)  |  \( l \) = Länge des Leiters in m  |  \( A \) = Querschnittsfläche in m²

Die Formel zeigt: Ein längerer Leiter hat einen höheren Widerstand, ein dickerer Querschnitt einen niedrigeren. Das ist der Grund, warum Hochstromkabel einen großen Querschnitt benötigen und lange Leitungen in der Energieübertragung Verluste verursachen.

Berechnungsbeispiel

Gesucht: Widerstand einer Kupferleitung mit \( l = 10\,\text{m} \), \( A = 1{,}5\,\text{mm}^2 \):

\( R = 1{,}68 \cdot 10^{-8}\,\Omega\text{m} \cdot \frac{10\,\text{m}}{1{,}5 \cdot 10^{-6}\,\text{m}^2} \approx 0{,}112\,\Omega \)

Bei einem Strom von 10 A fällt an dieser Leitung eine Spannung von \( U = R \cdot I \approx 1{,}12\,\text{V} \) ab und es entsteht eine Verlustleistung von \( P = R \cdot I^2 \approx 11{,}2\,\text{W} \). Das zeigt, warum Querschnitt und Leiterlänge in der Praxis sorgfältig dimensioniert werden müssen.

\( l \) \( A \) \( I \) \( \rho \)
Der Widerstand eines Leiters hängt von Material \( \rho \), Länge \( l \) und Querschnitt \( A \) ab.

Temperaturabhängigkeit

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Der spezifische Widerstand eines Metalls ist nicht konstant – er steigt mit zunehmender Temperatur an. Der Grund: Bei höherer Temperatur schwingen die Gitteratome stärker und streuen die Leitungselektronen häufiger, was den Stromfluss behindert.

Für den Bereich um die Raumtemperatur gilt näherungsweise ein linearer Zusammenhang:

\( R(\vartheta) = R_{20} \cdot \left[1 + \alpha_{20} \cdot (\vartheta - 20\,°\text{C})\right] \)

\( R_{20} \) = Widerstand bei 20 °C  |  \( \alpha_{20} \) = Temperaturkoeffizient in 1/K  |  \( \vartheta \) = aktuelle Temperatur in °C

Für Kupfer gilt \( \alpha_{20} \approx 3{,}9 \cdot 10^{-3}\,\text{K}^{-1} \). Das bedeutet: Pro Grad Celsius Temperaturerhöhung steigt der Widerstand um knapp 0,4 %. Bei einer Erwärmung von 20 °C auf 80 °C wächst der Kupferwiderstand um etwa 23 %.

In der Praxis ist das wichtig für:

  • Kabelberechnung: Betriebstemperatur beeinflusst Spannungsfall und Verlustleistung
  • Motorwicklungen: Widerstandserhöhung bei Erwärmung muss in der Auslegung berücksichtigt werden
  • Widerstandsthermometer (PT100/PT1000): Nutzen die Temperaturabhängigkeit von Platin gezielt zur Temperaturmessung

Was ist eine Leiterplatte?

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Eine Leiterplatte (englisch: Printed Circuit Board, PCB) ist ein flacher Träger aus isolierendem Material, auf dem elektrische Leiterbahnen aus Kupfer aufgebracht sind. Sie verbindet elektronische Bauelemente mechanisch und elektrisch zu einer funktionierenden Schaltung.

Die erste moderne Leiterplatte wurde von Paul Eisler entwickelt und in den 1940er-Jahren in der Militärtechnik eingesetzt. Heute sind Leiterplatten die universelle Grundlage nahezu aller elektronischen Geräte – vom einfachen Laderegler bis zum hochkomplexen Mikroprozessor-Board.

Gegenüber früheren Verdrahtungstechniken (Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung, Drahtwickeltechnik) bieten Leiterplatten entscheidende Vorteile:

  • Reproduzierbare, fehlerfreie Verbindungen durch photolithografische Herstellung
  • Kompakte Bauweise durch präzise Leiterbahnführung
  • Automatisierbare Bestückung und Lötung (Reflow, Welle)
  • Gute mechanische Stabilität der Bauelemente
  • Definierte elektrische Eigenschaften (Impedanz, Kapazität)

Aufbau einer Leiterplatte

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Eine Leiterplatte ist ein Schichtsystem aus verschiedenen Materialien, die jeweils eine definierte Funktion übernehmen:

Trägermaterial (Substrat)

Das isolierende Basismaterial gibt der Platte ihre mechanische Stabilität. Das mit Abstand verbreitetste Material ist FR4: glasfaserverstärktes Epoxidharz. Es ist flammhemmend (FR = Flame Retardant), mechanisch stabil, gut bearbeitbar und kostengünstig. Für Hochfrequenzanwendungen werden spezielle Materialien mit niedrigerer Dielektrizitätszahl verwendet (z. B. Rogers RO4003). Flexible Leiterplatten verwenden Polyimid (Kapton) als Trägermaterial.

Kupferschicht (Kupferfolie)

Auf das Substrat wird eine Kupferfolie auflaminiert. Standardstärken sind 18 µm, 35 µm und 70 µm (entspricht 0,5 oz, 1 oz und 2 oz Kupfer pro Quadratfuß). Aus dieser Folie werden durch Ätzen die Leiterbahnen herausgearbeitet. Dickere Kupferschichten erlauben höhere Strombelastung.

Lötstoppmaske (Solder Mask)

Eine grüne (oder anders gefärbte) Lackschicht bedeckt alle Kupferflächen, die nicht gelötet werden sollen. Sie verhindert Lötbrücken bei der Maschinenlötung und schützt die Kupferbahnen vor Oxidation und mechanischer Beschädigung. Die Farbe der Maske ist frei wählbar – grün ist Standard, aber auch rot, blau, schwarz und weiß sind üblich.

Bestückungsdruck (Silkscreen)

Eine weiße oder gelbe Beschriftungsschicht trägt Bauteilbezeichnungen, Orientierungsmarkierungen, Firmennamen und Versionsnummern. Sie erleichtert die Montage, Prüfung und Reparatur.

Oberflächenbehandlung (Surface Finish)

Die freien Lötpads werden behandelt, um Oxidation zu verhindern und gute Lötbarkeit zu gewährleisten. Verfahren: HAL (Hot Air Leveling, verzinnt), ENIG (Electroless Nickel Immersion Gold), HASL bleifreiRoHS-konform, OSP (organischer Schutzlack).

Bestückungsdruck Lötstoppmaske Kupfer (oben) FR4-Substrat (glasfaserverstärktes Epoxidharz) Kupfer (unten) Lötstoppmaske ~1,6 mm Querschnitt einer zweiseitigen Leiterplatte (vereinfacht)
Schichtaufbau einer zweiseitigen Leiterplatte (nicht maßstäblich)

Ein- und Mehrlagenplatten

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Leiterplatten werden nach der Anzahl ihrer Kupferlagen klassifiziert. Je komplexer die Schaltung, desto mehr Lagen werden benötigt, um alle Verbindungen verlegen zu können:

Einlagige Leiterplatte (Single Layer)

Kupfer nur auf einer Seite. Einfachste und günstigste Ausführung. Geeignet für einfache Schaltungen mit wenig Leiterbahnkreuzungen – etwa Netzteile, einfache Steuerungen, LED-Treiber.

Zweiseitige Leiterplatte (Double Layer)

Kupfer auf Ober- und Unterseite. Beide Lagen werden durch Durchkontaktierungen (Vias) elektrisch verbunden. Deckt den Großteil einfacher bis mittlerer Elektronik ab.

Mehrlagenplatte (Multilayer)

Vier, sechs, acht oder mehr Kupferlagen, durch Prepreg-Schichten voneinander getrennt und miteinander verpresst. Typisch in Computermainboards (6–12 Lagen), Smartphones (8–12 Lagen) und Hochfrequenz-Hardware. Innenlagen häufig als durchgehende Flächen für Spannungsversorgung (Power Plane) und Masse (Ground Plane).

Vias – Durchkontaktierungen

Vias (vom lateinischen via = Weg) verbinden Kupferlagen verschiedener Ebenen. Man unterscheidet:

Through-Hole Via Durchgangsloch durch alle Lagen. Günstig, universell einsetzbar.
Blind Via Verbindet eine Außenlage mit einer Innenlage, ohne die Platte zu durchbohren.
Buried Via Verbindung nur zwischen Innenlagen – von außen nicht sichtbar.
Micro Via Sehr kleines Via (Durchmesser < 150 µm), lasergebohrt. Basis für HDI-Leiterplatten (High Density Interconnect).

Fertigung und Herstellungsverfahren

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Die Herstellung einer Leiterplatte ist ein mehrstufiger Prozess, der Photolithografie, chemisches Ätzen und mechanische Bearbeitung kombiniert:

1. Designdaten (Gerber-Dateien)

Das Layout wird mit einer EDA-Software (z. B. KiCad, Altium, Eagle) entworfen und als Gerber-Dateien exportiert. Jede Lage, die Lötstoppmaske und der Bestückungsdruck werden als separate Dateien übergeben.

2. Belichten und Entwickeln

Das kupferkaschierte Basismaterial wird mit einem lichtempfindlichen Fotolack beschichtet. Die Gerber-Daten werden als Film auf die Platte belichtet. An den belichteten Stellen wird der Lack ausgehärtet.

3. Ätzen

In einem Ätzlösungsbad (z. B. Natriumperoxodisulfat oder Eisen-III-Chlorid) wird das ungeschützte Kupfer chemisch abgetragen. Übrig bleiben die Leiterbahnen unter dem Schutzlack.

4. Bohren

CNC-Bohrmaschinen oder Laser bohren die Löcher für Durchkontaktierungen und bedrahtete Bauteile. Laserbohrungen ermöglichen Micro Vias mit sehr kleinen Durchmessern.

5. Galvanisieren

Die Bohrlochwände werden galvanisch verkupfert, um die elektrische Verbindung zwischen den Lagen herzustellen.

6. Lötstoppmaske und Oberflächenbehandlung

Die Lötstoppmaske wird aufgedruckt und eingebrannt. Anschließend erfolgt die Oberflächenbehandlung der Lötpads (HAL, ENIG etc.).

Leiterbahnen: Dimensionierung

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Leiterbahnen auf einer Leiterplatte sind dünne, flache Kupferstreifen. Ihre Breite und Dicke bestimmen, wie viel Strom sie tragen können und welchen Widerstand sie aufweisen.

Der Widerstand einer Leiterbahn berechnet sich analog zur allgemeinen Leiterformel:

\( R = \rho \cdot \frac{l}{b \cdot d} \)

\( b \) = Breite der Leiterbahn  |  \( d \) = Dicke der Kupferschicht  |  \( l \) = Länge der Leiterbahn

Für die Strombelastbarkeit gilt als Faustregel für FR4-Leiterplatten (Außenlage, 35 µm Kupfer, max. 10 °C Erwärmung):

Leiterbahnbreite Max. Strom (Außenlage) Max. Strom (Innenlage)
0,2 mm ca. 0,5 A ca. 0,3 A
0,5 mm ca. 1,0 A ca. 0,7 A
1,0 mm ca. 2,0 A ca. 1,3 A
2,0 mm ca. 3,5 A ca. 2,5 A
3,0 mm ca. 5,0 A ca. 3,5 A

Für Hochstromapplikationen können Kupferbahnen auch nachträglich verzinnt oder mit einem Kupferdraht überbrückt werden. Alternativ werden dickere Kupferlagen (70 µm, 105 µm) eingesetzt.

Bei Hochfrequenzanwendungen (HF, Mikrowelle) spielt zusätzlich die Impedanzkontrolle eine Rolle: Leiterbahnbreite, Substratdicke und Dielektrizitätszahl bestimmen den Wellenwiderstand der Leiterbahn (typisch 50 Ω für HF-Leitungen).

Bedeutung in der Elektronik

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Die Leiterplatte ist die physische Basis nahezu jeder elektronischen Schaltung. Ihre Eigenschaften beeinflussen weit mehr als nur die mechanische Verbindung der Bauteile – sie hat direkten Einfluss auf die elektrischen Eigenschaften des Gesamtsystems:

Stromtragfähigkeit Querschnitt und Länge der Leiterbahnen begrenzen den maximal zulässigen Strom und bestimmen die ohmschen Verluste.
Signalqualität Bei hohen Frequenzen und Schaltflanken werden Leiterbahnen zu Übertragungsleitungen. Reflexionen, Übersprechen und Laufzeitunterschiede können Signale verzerren.
Wärmeabfuhr Kupferflächen leiten Wärme von Bauelementen ab. Thermal Vias leiten Wärme in tiefere Lagen oder auf Kühlkörper.
EMV-Verhalten Masseflächenführung, Entkoppelkondensatoren nahe am IC, kurze Schleifen und kontrollierte Impedanzen reduzieren elektromagnetische Störaussendung und -empfindlichkeit.
Zuverlässigkeit Qualität der Lötstellen, Feuchtigkeitsschutz durch Konfektionierung und thermomechanische Belastbarkeit bestimmen die Lebensdauer.

Weiterführende Themen

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Leiter und Leiterplatten bilden die physische Grundlage elektronischer Schaltungen. In der praktischen Umsetzung spielen weitere Aspekte eine wichtige Rolle:

Steckbretter (Breadboards)

Lochrasterkarten mit internen Verbindungen ermöglichen das schnelle Aufbauen und Testen von Schaltungen ohne Lötarbeiten. Unverzichtbar für Prototypen und das Erlernen der Elektronik.

Bestückungstechnologien: THT und SMD

Through-Hole Technology (THT): Bedrahtete Bauteile werden durch Bohrungen gesteckt und auf der Rückseite gelötet. Surface Mount Technology (SMT / SMD): Bauteile werden direkt auf Lötpads der Oberfläche gelötet. SMD erlaubt kleinere Bauteile und dichtere Bestückung.

Lötverfahren

Reflow-Löten (Lötpaste, Ofen) für SMD-Bauteile, Wellenlöten für THT-Bauteile in der Serienfertigung, Handlöten für Prototypen und Reparatur.

EMV-Grundlagen

Das PCB-Layout hat großen Einfluss auf die elektromagnetische Verträglichkeit. Entkoppelkondensatoren direkt am IC, kurze Hochstromleitungen, getrennte Analog- und Digitalmasseebenen sowie kontrollierte Leiterbahnimpedanzen sind grundlegende Maßnahmen.

Flexible und starrflexible Leiterplatten

Leiterplatten aus Polyimid können gebogen und gefaltet werden. Eingesetzt in Smartphones, Kameras, medizinischen Geräten und überall, wo eine starre Platine nicht in den Bauraum passt.

Zusammenfassung

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Elektrische Leiter und Leiterplatten bilden die physische Infrastruktur jeder elektronischen Schaltung. Ihre Eigenschaften bestimmen Verlustleistung, Signalqualität, Wärmeabfuhr und EMV-Verhalten.

  • Elektrische Leiter – freie Elektronen ermöglichen Stromfluss; Kupfer ist das Standardmaterial der Elektronik
  • Spezifischer Widerstand – \( R = \rho \cdot l / A \); steigt mit Länge, sinkt mit Querschnitt
  • Temperaturabhängigkeit – Metallwiderstand steigt linear mit der Temperatur; \( \alpha_{20} \approx 3{,}9 \cdot 10^{-3}\,\text{K}^{-1} \) für Kupfer
  • Leiterplattenaufbau – FR4-Substrat, Kupferlage(n), Lötstoppmaske, Bestückungsdruck, Oberflächenbehandlung
  • Lagenanzahl – von einlagig (einfach, günstig) bis Multilayer (komplex, leistungsfähig); Verbindung durch Vias
  • Leiterbahnbreite – bestimmt Stromtragfähigkeit und ohmschen Widerstand; bei HF zusätzlich Impedanzkontrolle erforderlich
  • Bedeutung – PCB-Qualität und -Layout beeinflussen Zuverlässigkeit, Signalintegrität, Thermik und EMV des Gesamtsystems