Grundprinzip

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Pulsweitenmodulation (PWM) steuert Leistung nicht über die Höhe der Spannung, sondern über die Einschaltdauer eines digitalen Signals. Dazu wird ein Signal mit konstanter Amplitude schnell zwischen ein und aus geschaltet.

Entscheidend ist das Tastverhältnis:

\[ D = \frac{t_{\text{ein}}}{T} \]
D Tastverhältnis (0–100 %)
tein Einschaltdauer
T Periodendauer (T = tein + taus)

Bei D = 0,5 ist das Signal beispielsweise genau zur Hälfte eingeschaltet.

Obwohl das Signal nur zwischen „an“ und „aus“ wechselt, wirkt es für viele Verbraucher wie eine analoge Größe. Ursache ist die Trägheit von Motoren, LEDs oder Heizungen, die auf den zeitlichen Mittelwert reagieren.

\[ U_{\text{avg}} = D \cdot U_{\text{max}} \]

Die mittlere Spannung steigt linear mit dem Tastverhältnis: Bei D = 1 entspricht sie \( U_{\text{max}} \)

\( U_{\text{avg}} \) bezeichnet den zeitlichen Mittelwert (average).

Ein wesentlicher Vorteil: Der Schalttransistor arbeitet nahezu verlustfrei, da er entweder vollständig ein- oder ausgeschaltet ist.

Spannung und Frequenz bleiben konstant – nur die Pulsbreite wird verändert.

PWM-Signale mit 25 %, 50 % und 75 % Tastverhältnis
PWM-Signale mit unterschiedlichen Tastverhältnissen – der Mittelwert bestimmt die Ausgangsspannung

Tastverhältnis

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Das Tastverhältnis \( D \) (engl. duty cycle) ist die zentrale Kenngröße eines PWM-Signals. Es beschreibt den Anteil einer Periode, in dem der Ausgang eingeschaltet ist:

\[ D = \frac{t_{\text{ein}}}{T} \]

\( t_{\text{ein}} \) = Einschaltzeit  |  \( T \) = Periodendauer  |  \( D \) ist dimensionslos (oft in % angegeben)

Das Tastverhältnis kann Werte zwischen 0 und 1 (bzw. 0 % bis 100 %) annehmen:

Tastverhältnis \( D \) Einschaltdauer Wirkung
0 % (0) dauerhaft aus Keine Leistung, Ausgang = 0
25 % (0,25) ¼ der Periode mittlere Spannung ≈ 0,25 · \( U_{\text{max}} \)
50 % (0,5) ½ der Periode mittlere Spannung ≈ 0,5 · \( U_{\text{max}} \)
75 % (0,75) ¾ der Periode mittlere Spannung ≈ 0,75 · \( U_{\text{max}} \)
100 % (1) dauerhaft ein Volle Spannung, Ausgang = \( U_{\text{max}} \)

In der Praxis wird das Tastverhältnis meist durch einen Timer im Mikrocontroller erzeugt: Ein Zähler läuft periodisch von 0 bis zu einem Maximalwert (Periode). Ein Vergleichswert (Compare-Register) bestimmt den Umschaltzeitpunkt. Das Verhältnis aus Vergleichswert und Maximalwert entspricht direkt dem Tastverhältnis.

Mittlere Spannung und Leistung

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Ein PWM-Signal wechselt periodisch zwischen \( U_{\text{max}} \) und 0 V. Je nach Betrachtung sind unterschiedliche Kenngrößen relevant.

Mittelwert (arithmetischer Durchschnitt)

\[ \bar{U} = D \cdot U_{\text{max}} \]

\( \bar{U} \) = mittlere Ausgangsspannung  |  \( D \) = Tastverhältnis  |  \( U_{\text{max}} \) = High-Pegel

Beispiel: \( D = 0{,}75 \), \( U_{\text{max}} = 12\,\text{V} \) → \( \bar{U} = 9\,\text{V} \)

Relevant für geglättete Signale (z. B. nach Tiefpass) oder wahrgenommene Helligkeit.

Mittlere Leistung (ohmsche Last)

\[ P_{\text{mittel}} = D \cdot \frac{U_{\text{max}}^2}{R} = D \cdot P_{\text{max}} \]

Gültig für rein ohmsche Verbraucher.

Bei induktiven oder kapazitiven Lasten hängt die Leistung zusätzlich vom Stromverlauf ab.

Effektivwert (RMS, thermische Wirkung)

RMS – Root Mean Square

\[ U_{\text{eff}} = U_{\text{max}} \cdot \sqrt{D} \]

Der Effektivwert entspricht der Gleichspannung, die die gleiche Verlustleistung erzeugt wie das PWM-Signal.

Beispiel: \( D = 0{,}5 \) → \( U_{\text{eff}} \approx 0{,}707 \cdot U_{\text{max}} \)

Entscheidend für Erwärmung, Verlustleistung und Dimensionierung.

Frequenz

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Neben dem Tastverhältnis bestimmt die PWM-Frequenz das Verhalten des Gesamtsystems maßgeblich. Sie gibt an, wie oft pro Sekunde eine vollständige Periode durchlaufen wird:

\[ f = \frac{1}{T} = \frac{1}{t_{\text{ein}} + t_{\text{aus}}} \]

\( f \) = Frequenz in Hertz  |  \( T \) = Periodendauer  |  \( t_{\text{ein}} \) = Einschaltzeit  |  \( t_{\text{aus}} \) = Ausschaltzeit

Die Wahl der PWM-Frequenz ist ein Kompromiss zwischen verschiedenen Anforderungen:

Frequenzbereich Typische Anwendung Besonderheiten
≈ 50 Hz Servoansteuerung (RC-Modellbau) Pulsbreitenkodierung (z. B. 1–2 ms), Frequenz nicht kritisch, aber standardisiert
500 Hz … 5 kHz LED-Dimmer Flimmerfrei für das menschliche Auge; zu hohe Frequenzen erhöhen Schaltverluste ohne Nutzen
1 … 20 kHz DC-Motorsteuerung Oberhalb ca. 16–20 kHz keine hörbaren Geräusche; Kompromiss zwischen Verlusten und Laufruhe
20 … 200 kHz Schaltnetzteile, DC/DC-Wandler Kleinere Induktivitäten/Kondensatoren möglich; steigende Schaltverluste und EMV-Anforderungen
200 kHz … 1 MHz+ Hochfrequenz-Wandler Sehr kompakte Bauweise; erfordert schnelle Halbleiter (z. B. GaN, SiC)

Bei zu niedriger Frequenz reagiert der Verbraucher direkt auf die einzelnen Pulse: Eine LED kann sichtbar flackern, ein Motor läuft unruhig oder ruckelig.

Bei sehr hoher Frequenz steigen dagegen die Schaltverluste im Transistor (z. B. durch Umladen der Gate-Kapazität und endliche Schaltzeiten), und elektromagnetische Störungen (EMV) nehmen zu.

Die optimale PWM-Frequenz ist immer ein Kompromiss und muss an die jeweilige Anwendung angepasst werden.

Vorteile gegenüber Linearregelung

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Die klassische Alternative zur PWM ist die Linearregelung: Ein Transistor arbeitet dabei im linearen Bereich und stellt eine geregelte Ausgangsspannung bereit, indem er die Differenz zwischen Ein- und Ausgangsspannung als Wärmeleistung umsetzt.

Der Vergleich zeigt die unterschiedlichen Eigenschaften beider Verfahren:

Eigenschaft PWM-Steuerung Linearregelung
Verlustleistung Gering (hauptsächlich Schaltverluste) Hoch (proportional zur Spannungsdifferenz)
Wirkungsgrad Typisch 80 … 95 % Typisch 30 … 70 %
Kühlbedarf Gering Hoch (oft großer Kühlkörper erforderlich)
Störemissionen (EMV) Erhöht durch Schaltvorgänge Gering (kein schnelles Schalten)
Ausgangsspannung Pulsförmig, Filterung erforderlich Kontinuierlich und rauscharm
Schaltungsaufwand Höher (Treiber, Filter, Layout wichtig) Gering (einfacher Aufbau)
Typische Anwendungen Leistungselektronik, Motorsteuerung, Schaltnetzteile Analoge Signalverarbeitung, Präzisions- und Audioanwendungen

PWM bietet klare Vorteile, wenn größere Leistungen effizient geregelt werden sollen. Die Linearregelung ist dagegen dort sinnvoll, wo eine besonders saubere und störungsarme Ausgangsspannung erforderlich ist.

PWM maximiert den Wirkungsgrad, Linearregelung minimiert Störungen.

Anwendungen

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PWM wird in nahezu allen Bereichen der Elektronik und Leistungselektronik eingesetzt:

LED-Dimmung (PWM)

PWM ermöglicht eine nahezu verlustfreie Helligkeitssteuerung, indem die LED schnell ein- und ausgeschaltet wird. Die wahrgenommene Helligkeit ergibt sich aus dem zeitlichen Mittelwert des Stroms.

Bei ausreichend hoher Frequenz (typisch > 500 Hz bis einige kHz) nimmt das menschliche Auge aufgrund seiner Trägheit nur die mittlere Helligkeit wahr.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die LED stets mit ihrem Nennstrom betrieben wird. Dadurch bleiben Farbtemperatur und Wirkungsgrad nahezu konstant.

Zu niedrige PWM-Frequenzen können sichtbares Flimmern oder Stroboskopeffekte verursachen.

DC-Motorsteuerung

Die Drehzahl ist proportional zur mittleren Spannung. PWM erlaubt eine stufenlose und effiziente Regelung. Die Motorinduktivität glättet den Strom, sodass der Motor kaum auf einzelne Pulse reagiert.

Typische Anwendungen: Lüfter, Elektrowerkzeuge, Robotik

Servoansteuerung (RC-Technik)

Hier kodiert die Impulsbreite die Position (z. B. 1 ms bis 2 ms), nicht das Tastverhältnis. Die Wiederholfrequenz liegt typischerweise bei 50 Hz.

Schaltnetzteile und DC/DC-Wandler

Das Tastverhältnis bestimmt direkt die Ausgangsspannung. Induktivität und Kondensator glätten das Signal. Hohe Frequenzen (100 kHz bis 1 MHz) ermöglichen kompakte Bauformen.

Klasse-D-Verstärker

Das Audiosignal wird in ein PWM-Signal umgewandelt, verstärkt und anschließend gefiltert. Wirkungsgrade über 90 % sind typisch.

BLDC- und Drehstrommotoren

Wechselrichter erzeugen PWM-basierte Spannungen, aus denen nahezu sinusförmige Ströme entstehen. Grundlage moderner Antriebssysteme wie Elektrofahrzeuge und Industrieantriebe.

Elektrofahrzeuge (E-Auto-Antrieb)

In Elektrofahrzeugen wird PWM in den Wechselrichtern eingesetzt, um aus der Gleichspannung der Batterie ein dreiphasiges, nahezu sinusförmiges Spannungssystem für den Motor zu erzeugen. Das Tastverhältnis bestimmt dabei die effektive Motorspannung und damit Drehmoment und Drehzahl.

Grundlage moderner Antriebstechnik – z. B. in Elektroautos, E-Bikes und industriellen Umrichtern

Technische Umsetzung

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Ein PWM-System besteht typischerweise aus drei Komponenten:

Steuerschaltung Erzeugt das PWM-Signal
Leistungsstufe Schaltet den Laststrom
Ausgangsfilter Glättet das Signal (falls erforderlich)

Signalerzeugung mit Mikrocontroller

Moderne Mikrocontroller (z. B. AVR, STM32, ESP32) besitzen integrierte Timer/PWM-Einheiten, die das Signal hardwareseitig und ohne CPU-Last erzeugen.

Das Prinzip: Ein Zähler läuft von 0 bis zu einem Maximalwert (TOP-Wert, bestimmt die Frequenz). Ein Vergleichsregister (Compare Match, z. B. OCR) legt den Umschaltzeitpunkt fest.

\[ D = \frac{\text{OCR}}{\text{TOP}} \quad\quad f_{\text{PWM}} = \frac{f_{\text{Takt}}}{N \cdot (\text{TOP}+1)} \]

\( N \) = Prescaler  |  \( f_{\text{Takt}} \) = Systemtakt

Leistungsstufe mit MOSFET

Das PWM-Signal des Mikrocontrollers liefert nur geringe Ströme (typisch wenige mA) und ist nicht in der Lage, Lasten direkt zu treiben.

Daher wird eine Leistungsstufe benötigt:

  • N-Kanal-MOSFET:
    Schaltet in einfachen Anwendungen direkt den Laststrom (Low-Side-Schalter).
  • Halb- oder Vollbrücke (H-Brücke):
    Ermöglicht bidirektionale Ansteuerung, z. B. für Motorsteuerungen.

MOSFETs werden bevorzugt eingesetzt, da sie spannungsgesteuert sind und deutlich geringere Schaltverluste als Bipolartransistoren aufweisen.

Wichtige Komponenten der Leistungsstufe:

Bauteil Funktion Zweck
Gate-Treiber Lädt die Gate-Kapazität schnell um Reduziert Schaltverluste und sorgt für steile Flanken
Bootstrap-Schaltung Erzeugt eine erhöhte Gate-Spannung Ermöglicht High-Side-Ansteuerung von N-MOSFETs
Freilaufdiode Stellt Strompfad bei Abschaltung bereit Verhindert Spannungsspitzen bei induktiven Lasten
Totzeit (Dead Time) Verzögert das Einschalten komplementärer Transistoren Verhindert Kurzschluss (Shoot-through)

Ausgangsfilterung

Soll aus dem PWM-Signal eine geglättete Gleichspannung erzeugt werden (z. B. in DA-Wandlern oder Schaltnetzteilen), wird ein LC-Tiefpassfilter eingesetzt.

Die Grenzfrequenz des Filters muss deutlich unterhalb der PWM-Frequenz liegen, damit die Schaltanteile ausreichend unterdrückt werden:

\[ f_{\text{grenz}} = \frac{1}{2\pi \sqrt{L \cdot C}} \ll f_{\text{PWM}} \]

Typisch: \( f_{\text{grenz}} \approx \frac{f_{\text{PWM}}}{10} \)

M MOSFET Gate Freilauf- diode µController PWM-Pin
Vereinfachtes Schaltbild einer PWM-Leistungsstufe: Mikrocontroller steuert MOSFET-Gate, Freilaufdiode schützt bei induktiver Last

Soll aus dem PWM-Signal eine geglättete Gleichspannung erzeugt werden (z. B. in DA-Wandlern oder Schaltnetzteilen), wird ein LC-Tiefpassfilter eingesetzt.

Die Grenzfrequenz des Filters muss deutlich unterhalb der PWM-Frequenz liegen, damit die Schaltanteile ausreichend unterdrückt werden:

\[ f_{\text{grenz}} = \frac{1}{2\pi \sqrt{L \cdot C}} \ll f_{\text{PWM}} \]

Typisch gilt:

\[ f_{\text{grenz}} \approx \frac{f_{\text{PWM}}}{10} \]

Signalformen und Oberwellen

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Ein PWM-Signal ist ein periodisches Rechtecksignal. Es setzt sich aus einem Gleichanteil (dem Mittelwert) und einer Vielzahl harmonischer Schwingungen (Oberwellen) zusammen.

Die Fourieranalyse liefert folgende Darstellung:

\[ u(t) = D \cdot U_{\text{max}} + \sum_{n=1}^{\infty} \frac{2 U_{\text{max}}}{n\pi} \sin(n\pi D)\, \cos\!\left(n\omega_0 t - n\pi D\right) \]

\( \omega_0 = 2\pi f_{\text{PWM}} \) = Kreisfrequenz  |  Oberwellen bei \( f_{\text{PWM}},\, 2f_{\text{PWM}},\, 3f_{\text{PWM}}, \dots \)

Die Darstellung lässt sich in zwei Anteile zerlegen:

Gleichanteil \( D \cdot U_{\text{max}} \) – entspricht der mittleren Ausgangsspannung
Wechselanteil (Oberwellen) Summe sinusförmiger Schwingungen mit Vielfachen der Grundfrequenz

Die Summe beschreibt alle Oberwellenanteile:

\( n \) Ordnung der Oberwelle (1 = Grundfrequenz, 2 = zweite Harmonische, …)
Amplitude \( \frac{2 U_{\text{max}}}{n\pi} \sin(n\pi D) \) – abhängig vom Tastverhältnis
Frequenzanteil \( \cos(n\omega_0 t - n\pi D) \) – Schwingung bei \( n \cdot f_{\text{PWM}} \)

Die Oberwellen sind nicht nur ein mathematisches Ergebnis der Fourieranalyse, sondern bestimmen maßgeblich das reale Verhalten von PWM-Schaltungen:

Sie sind die Hauptursache für elektromagnetische Störungen (EMV). Je steiler die Schaltflanken, desto größer ist der Anteil hochfrequenter Oberwellen.

Für DA-Wandler-Anwendungen genügt oft ein einfacher RC-Tiefpass, um aus dem PWM-Signal eine geglättete Spannung zu erzeugen. Die verbleibende Welligkeit (Ripple) lässt sich näherungsweise berechnen:

\[ \Delta U \approx \frac{D \cdot (1-D) \cdot U_{\text{max}}} {f_{\text{PWM}} \cdot R \cdot C} \]

Näherung für RC-Tiefpass und kleine Restwelligkeit

Die Formel zeigt anschaulich, wovon die Welligkeit abhängt:

Tastverhältnis \( D \) Der Faktor \( D(1-D) \) ist bei \( D = 0{,}5 \) maximal → dort ist der Ripple am größten
PWM-Frequenz \( f_{\text{PWM}} \) Höhere Frequenz → weniger Zeit zum Auf- und Entladen → geringere Welligkeit
RC-Glied Größeres \( R \cdot C \) → stärkere Glättung → kleinere Spannungsschwankungen

Geringe Welligkeit erfordert hohe PWM-Frequenzen oder ein großes \( R \cdot C \)-Produkt

Bedeutung in der Leistungselektronik

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PWM ist die dominierende Technik zur effizienten Leistungssteuerung in der modernen Elektronik.

Ihre Bedeutung zeigt sich besonders in drei zentralen Bereichen:

Energieeffizienz

PWM-Regler erreichen Wirkungsgrade von etwa 85–97 % – gegenüber 30–50 % bei Linearreglern. Dadurch sind kompakte, leistungsstarke und akkubetriebene Geräte überhaupt erst möglich.

Grundlage moderner Geräte wie Smartphones, Laptops und Elektrofahrzeuge

Digitale Steuerbarkeit

Das Tastverhältnis wird direkt über Registerwerte im Mikrocontroller eingestellt. Es sind keine analogen Stellglieder erforderlich – keine Drift, keine Toleranzen.

Verbindet digitale Signalverarbeitung mit analoger Leistungselektronik

Grenzen und Weiterentwicklungen

Mit steigender Schaltfrequenz nehmen die Schaltverluste zu. Neue Halbleiter wie SiC (Siliziumkarbid) und GaN (Galliumnitrid) ermöglichen deutlich höhere Frequenzen bei geringeren Verlusten.

Ergebnis: kleinere, effizientere Schaltnetzteile und leistungsfähigere Umrichter

Wichtige Zusammenhänge

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Die wichtigsten PWM-Formeln und Beziehungen kompakt zusammengefasst.

Tastverhältnis

\[ D = \frac{t_{\text{ein}}}{T} \]

Einheit: – (dimensionslos, oft in % angegeben) Anteil der Einschaltzeit

Frequenz

\[ f = \frac{1}{T} \]

Einheit: Hz — Perioden pro Sekunde

Mittelwert

\[ \bar{U} = D \cdot U_{\text{max}} \]

Einheit: V — entspricht der geglätteten Ausgangsspannung

Effektivwert (RMS)

\[ U_{\text{eff}} = U_{\text{max}} \cdot \sqrt{D} \]

Einheit: V — maßgeblich für Verlustleistung und Erwärmung

Leistung (ohmsche Last)

\[ P = \frac{U_{\text{eff}}^2}{R} \]

Einheit: W — elektrische Verlustleistung im Verbraucher

LC-Grenzfrequenz

\[ f = \frac{1}{2\pi\sqrt{L \cdot C}} \]

Einheit: Hz — bestimmt die Filterwirkung eines Tiefpasses

Diese Übersicht dient als kompakte Referenz für die wichtigsten Zusammenhänge der Pulsweitenmodulation.

Zusammenfassung

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Pulsweitenmodulation (PWM) steuert Leistung durch schnelles Ein- und Ausschalten und erreicht dabei deutlich höhere Wirkungsgrade als analoge Verfahren.

Tastverhältnis

\( D = t_\text{ein} / T \); bestimmt mittlere Spannung und Leistung linear

Mittlere Spannung

\( \bar{U} = D \cdot U_\text{max} \); Effektivwert \( U_\text{eff} = U_\text{max} \cdot \sqrt{D} \)

Frequenz

Beeinflusst Ripple, Filteraufwand und Schaltverluste; anwendungsabhängiger Kompromiss

Vorteile

Hoher Wirkungsgrad, geringe Verlustleistung, digitale Steuerbarkeit und kompakte Bauweise

Anwendungen

LED-Dimmer, Motorsteuerungen, Schaltnetzteile, Audioverstärker und Wechselrichter

Umsetzung

Mikrocontroller-Timer, MOSFET-Leistungsstufe, Freilaufdiode und Filter

Oberwellen

Rechtecksignal enthält Grundfrequenz und Vielfache; Ursache von EMV-Störungen, reduzierbar durch Flankenbegrenzung

Ausblick

SiC- und GaN-Technologien ermöglichen höhere Frequenzen und weitere Effizienzsteigerungen

PWM verbindet digitale Steuerung mit effizienter Leistungsumsetzung – und ist damit eine Schlüsseltechnologie der modernen Elektronik.