Digitales Speicheroszilloskop mit 4 Kanälen, 70 MHz Bandbreite und Touchscreen.
- Kanäle 1–2 mit PVP3150-Tastköpfen
- Tastköpfe auf 10:1 eingestellt
- Kanäle 3–4 frei verfügbar
Vom ersten Einschalten bis zur stabilen Messung mit Oszilloskop und Signalgenerator
Autor: Wolfgang Lessat
Originalquelle:
lessat.net
https://lessat.net/technik/elektronik/grundlagen/rigol-dho804-jds6600
Dieser Arbeitsplatz dient als Ausgangspunkt für die ersten Messungen mit Oszilloskop und Signalgenerator.
Digitales Speicheroszilloskop mit 4 Kanälen, 70 MHz Bandbreite und Touchscreen.
Signalquelle für Labor- und Testsignale.
Klassisches Digitalmultimeter zur Kontrolle von Spannungen, Strömen und Widerständen.
Labornetzteil für reale Schaltungen und Elektronik-Experimente.
Für Mikrocontroller-Schaltungen, Sensorik und digitale Signale.
Verschiedene Bauteile für praktische Experimente.
Bei den hier beschriebenen Messungen mit dem Oszilloskop wird der Masseanschluss des Labornetzteils bewusst nicht verwendet, um zusätzliche Masseverbindungen und mögliche Ausgleichsströme zu vermeiden.
Die Masseklemme des Rigol DHO804 ist bereits intern mit Erde (PE) verbunden. Zusätzliche oder falsche Masseverbindungen können Kurzschlüsse oder Ausgleichsströme verursachen.
Im schlimmsten Fall können:
Beide Tastköpfe sind auf 10:1 eingestellt (Schiebeschalter nach hinten). Dies reduziert die kapazitive Belastung der Messschaltung und entspricht der üblichen Standard-Einstellung.
Das DHO804 wird über den grünen Netzschalter unten links eingeschaltet. Nach wenigen Sekunden erscheint auf dem Touchscreen ein Raster.
Ohne angeschlossenes Signal: Es ist zunächst nur eine waagerechte gelbe Linie sichtbar, die sich langsam bewegt. Das Oszilloskop besitzt dann keine stabile Triggerung.
Mit angeschlossenem Kalibrierausgang: Sobald die Tastspitze am Kalibrierkontakt (Cal) und die Masseklemme an GND angeschlossen sind, erscheint nach dem Drücken der AUTO-Taste ein stabiles Rechtecksignal.
Das Raster des Oszilloskops besteht aus einzelnen Kästchen, den sogenannten Divisionen (Div). Sie dienen zur Abschätzung von Zeit und Spannung. Horizontal wird die Zeit dargestellt (Zeit pro Division, z. B. 200 µs/div), vertikal die Spannung (Spannung pro Division, z. B. 100 mV/div). Durch Abzählen der Kästchen lassen sich Periodendauer, Frequenz und Signalspannung direkt vom Bildschirm ablesen.
Im oberen Bereich des Oszilloskop-Bildschirms werden die wichtigsten Betriebsdaten angezeigt. Dazu gehören unter anderem die eingestellte Zeitbasis (Zeit pro Kästchen), die Spannungsskalierung der einzelnen Kanäle (Volt pro Kästchen), die aktuelle Abtastrate sowie der Trigger-Status. An diesen Informationen erkennt man, wie schnell das Signal dargestellt wird, welche Spannungen gemessen werden können und ob das Signal stabil synchronisiert ist.
Im unteren Bildschirmbereich werden die verfügbaren Kanäle CH1 bis CH4 angezeigt. Aktive Kanäle sind farbig hervorgehoben. Im dargestellten Beispiel ist nur Kanal 1 aktiv. Dies erkennt man an der gelb markierten „1“ links unten auf dem Bildschirm. Zusätzlich werden dort die wichtigsten Einstellungen des Kanals angezeigt, beispielsweise die vertikale Empfindlichkeit (100 mV/div) und die aktuelle Offsetspannung.
Im dargestellten Bildschirmbild befindet sich das Trigger-Symbol als kleiner orangefarbener Marker oben in der Mitte des Gitters. Es markiert die Stelle, an der das Oszilloskop das Signal auslöst und synchronisiert. Ein korrekt eingestellter Trigger sorgt dafür, dass das Rechtecksignal stabil und ruhig angezeigt wird.
Grundregel:
Positive Spannungen liegen oberhalb der Nulllinie, negative Spannungen darunter.
Jeder Kanal des DHO804 verfügt über eine wählbare Eingangskopplung. Sie bestimmt, welcher Anteil des Signals dargestellt wird, und ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim Einstieg.
Die Eingangskopplung (DC, AC oder GND) wird beim Rigol DHO804 direkt im Kanalmenü eingestellt. Dazu drückt man die Taste des gewünschten Kanals (z. B. CH1). Anschließend erscheint links oder unten im Bildschirm das Kanalmenü mit den Einstellungen für diesen Eingang. Dort befindet sich der Menüpunkt Coupling beziehungsweise Kopplung. Hier kann zwischen folgenden Betriebsarten gewählt werden:
Standardeinstellung. Das vollständige Signal wird angezeigt, inklusive Gleichanteil.
Geeignet für nahezu alle Messungen in Mikrocontroller- und Logikschaltungen.
Ein interner Kondensator blockiert den Gleichanteil. Nur der Wechselanteil bleibt sichtbar.
Praktisch zur Untersuchung kleiner Wechselanteile auf hohem DC-Pegel, etwa Ripple auf einer 5-V-Versorgung.
Der Eingang wird intern auf Masse gelegt. Auf dem Bildschirm erscheint eine Nulllinie.
Ideal, um vor der Messung den Nullpegel exakt zu positionieren.
Ein zuschaltbarer Tiefpass begrenzt die Bandbreite, typisch auf 20 MHz.
Reduziert hochfrequentes Rauschen und ist hilfreich bei langsamen Signalen, etwa Audio- oder Sensormessungen.
Die Einstellung BW-Limit (Bandbreitenbegrenzung) befindet sich ebenfalls im Kanalmenü des jeweiligen Eingangs. Dazu die Taste des gewünschten Kanals (z. B. CH1) drücken. Im anschließend angezeigten Kanalmenü findet sich der Menüpunkt BW Limit beziehungsweise Bandbreite. Mit dieser Funktion wird die maximale Frequenz des Eingangssignals begrenzt, um hochfrequentes Rauschen zu reduzieren.
Für langsame Signale wie PWM, Sensorsignale oder Versorgungsspannungen ist das 20-MHz-Limit oft sinnvoll, da die Darstellung ruhiger und sauberer wird.
Für die ersten Experimente ist DC die sicherste Einstellung. AC wird erst dann interessant, wenn ein kleiner Wechselanteil auf einer großen Gleichspannung untersucht werden soll.
Das Kompensieren des Tastkopfes gehört zu den wichtigsten Routineaufgaben beim Arbeiten mit dem Oszilloskop.
Der Tastkopf enthält einen internen RC-Teiler. Dieser muss exakt zum Eingang des Oszilloskops passen. Eine falsche Kompensation führt zu abgerundeten Flanken oder Überschwingern.
Standard-Tastköpfe lassen sich zwischen 1:1 und 10:1 umschalten. Die Einstellung hat erhebliche Auswirkungen auf die Belastung der Schaltung und die nutzbare Bandbreite.
| Einstellung | Eingangskapazität | Eingangsimpedanz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1:1 | Hoch (ca. 100 pF) | 1 MΩ | Sehr kleine Signale, niedrige Frequenzen |
| 10:1 | Niedrig (ca. 13–20 pF) | 10 MΩ | Standard für die meisten Messungen, auch bei höheren Frequenzen |
Am Rigol DHO804 muss der verwendete Dämpfungsfaktor des Tastkopfs im Kanalmenü korrekt eingestellt sein, damit die angezeigte Spannung stimmt. Dazu die Taste des gewünschten Kanals (z. B. CH1) drücken und anschließend im Kanalmenü den Punkt Probe auswählen. Dort kann der Tastkopffaktor (z. B. ×1 oder ×10) eingestellt werden.
Ist der falsche Faktor eingestellt, wird die gemessene Spannung falsch angezeigt. Bei einem 10:1-Tastkopf würde das Oszilloskop beispielsweise nur ein Zehntel der tatsächlichen Spannung anzeigen.
Kompatible Rigol-Tastköpfe mit PLTM-Stecker werden vom DHO804 automatisch erkannt und korrekt eingestellt.
Beim eingebauten Kalibrierausgang des Rigol DHO804 ist ein Schaden bei vertauschten Anschlüssen zwar sehr unwahrscheinlich, technisch jedoch nicht vollständig ausgeschlossen.
Das Signal erscheint dabei häufig instabil, invertiert oder fehlerhaft, da Tastspitze und Masse vertauscht wurden.
Bei anderen Schaltungen oder Spannungsquellen können falsche Masseanschlüsse dagegen Kurzschlüsse oder Beschädigungen verursachen.
Weitere Informationen dazu befinden sich im Kapitel „Masse und Sicherheit“.
Für die Kompensation sollte ein kleiner, präziser Schraubendreher verwendet werden.
Der mitgelieferte Metallschraubendreher ist dafür vorgesehen und völlig ausreichend. Große Schraubendreher aus dem Werkzeugkasten sind dagegen ungeeignet.
Oben gewölbte Zacken zeigen einen überkompensierten Tastkopf.
Abgerundete Flanken weisen dagegen auf Unterkompensation hin.
Kleine Änderungen am Trimmer genügen meist. Geduld ist wichtiger als Kraft.
Die Masseklemme des Oszilloskops ist bei fast jeder Messung der elektrische Bezugspunkt. Falsche Anschlüsse können Kurzschlüsse, Messfehler oder beschädigte Bauteile verursachen.
Die Masseklemme darf nur an Punkte angeschlossen werden, die wirklich auf demselben Massepotential liegen.
Ein Tastkopf misst nicht einfach eine einzelne Spannung, sondern immer die Spannungsdifferenz zwischen Tastspitze und Masseanschluss:
Vmess = VTastspitze − VMasse
Typisch bei: Arduino, Mikrocontroller, Verstärkern und Sensoren.
Damit lassen sich Ripple, Störungen und Einschwingvorgänge beobachten.
Bei UART, SPI, PWM oder Clock-Signalen wird die Masseklemme direkt mit System-GND verbunden.
Lange Masseleitungen erzeugen zusätzliche Induktivität und Störungen.
Deshalb wird häufig eine kurze Massefeder direkt am Tastkopf verwendet („Ground Spring“).
Bei differentiellen Messungen existiert häufig kein gemeinsamer Massepunkt.
In solchen Fällen darf die normale Masseklemme oft nicht angeschlossen werden.
Die Masseklemme eines Oszilloskop-Tastkopfs darf nicht unüberlegt mit beliebigen Punkten einer Schaltung oder eines Netzteils verbunden werden.
Beim Rigol DHO804 ist die Masseklemme intern mit dem Schutzleiter (PE) verbunden. Ein falscher Anschluss kann daher einen direkten Kurzschluss gegen Erde verursachen.
Viele Schaltnetzteile und netzspannungsführende Schaltungen besitzen kein gemeinsames Erdpotential. Wird die Masseklemme dort angeschlossen, verbindet das Oszilloskop diesen Punkt direkt mit Erde. Dadurch können unter anderem folgende Probleme entstehen:
Besonders kritisch ist dies auf der Primärseite von Schaltnetzteilen oder bei direkter Netzspannung (230 V).
Beim eingebauten Kalibrierausgang des Rigol DHO804 ist ein Schaden bei vertauschten Anschlüssen zwar sehr unwahrscheinlich, technisch jedoch nicht vollständig ausgeschlossen.
Das Signal erscheint dabei meist fehlerhaft, instabil oder invertiert, da Tastspitze und Masse vertauscht wurden.
Bei anderen Schaltungen oder Spannungsquellen, beispielsweise Netzteilen, Mikrocontroller-Schaltungen, Verstärkern, Motorsteuerungen oder Netzspannung, können falsche Masseanschlüsse Kurzschlüsse, Ausgleichsströme oder Beschädigungen verursachen.
Werden mehrere Tastköpfe gleichzeitig verwendet, sind ihre Masseklemmen über das Oszilloskop miteinander und mit dem Schutzleiter verbunden. Bei netzbetriebenen Schaltungen können dadurch sogenannte Erdschleifen entstehen.
Bei Erdschleifen fließen kleine Ausgleichsströme über die Masseverbindungen. Folge: störendes Brummen im Signal, Messfehler oder, im Extremfall, Kurzschlüsse.
Faustregel: Alle Masseanschlüsse möglichst auf denselben Bezugspunkt legen und keine Schleifen aufbauen.
Der JDS6600 ist die Signalquelle für die ersten Experimente mit dem DHO804. Frequenz, Wellenform und Amplitude lassen sich direkt verändern und sofort auf dem Oszilloskop beobachten.
DDS bedeutet Direct Digital Synthesis.
Der Generator erzeugt elektronische Signale digital und sehr präzise.
CH1 und CH2 arbeiten unabhängig voneinander.
Beide Kanäle können unterschiedliche Frequenzen und Signalformen erzeugen.
CH1= Sine 00'009'000.00Hz
Kanal 1 erzeugt ein Sinussignal mit 9 kHz.
05.000V 0.00V
5 V Amplitude, Offset 0 V.
Das Signal schwingt dadurch symmetrisch um 0 V.
CH2= Sine 00'010'000.00Hz
Kanal 2 erzeugt gleichzeitig ein eigenes Signal mit 10 kHz.
DUTY: 50%
High- und Low-Zeit sind gleich lang.
Bestimmt die Form des Signals:
Anzahl der Wiederholungen pro Sekunde.
Einheit: Hz, kHz oder MHz.
Maximale Signalauslenkung um den Nullpunkt.
Verhältnis zwischen High- und Low-Zeit bei Rechtecksignalen.
Öffnet das Hauptmenü für Wellenform, Frequenz und Amplitude.
Wählt den aktiven Kanal für Änderungen aus.
Navigation im Menü und Auswahl einzelner Werte.
Schnelle Änderung von Frequenz und Amplitude.
Für die ersten Experimente genügt:
Zu hohe Spannungen oder falsche Anschlüsse können Schaltungen beschädigen.
Für die ersten Experimente sind kleine Spannungen zwischen 1 V und 5 V sinnvoll.
Öffnet das Hauptmenü für präzise Einstellungen.
Beispiel: Frequenz exakt auf 1 kHz einstellen.
Wählt den aktiven Kanal.
Beide Kanäle arbeiten unabhängig voneinander.
Navigation im Menü und Änderung einzelner Ziffern.
Verändert die Frequenz direkt während des Betriebs.
Verändert die Amplitude des Signals.
Feinabstimmung der Schrittweite und Wertebereiche.
Beispiel:
00.100V
Die Amplitude ist zu niedrig.
Lösung: rechten Regler drehen und Spannung erhöhen.
Statt Rechteck erscheint:
Sine
Lösung:
WAVE drücken
und auf
Square
wechseln.
CH1 und CH2 können verschiedene Frequenzen erzeugen.
Ideal für Vergleichs- und Trigger-Experimente.
Ursache meist:
1 kHz Sinus mit 2 V Amplitude erzeugen.
Der JDS6600 wird direkt mit dem DHO804 verbunden, damit erzeugte Signale sofort sichtbar werden.
JDS6600 CH1 erzeugt das Signal.
DHO804 CH1 zeigt das Signal an.
Gelb mit Gelb: JDS6600 CH1 → DHO804 CH1.
BNC-Kabel an JDS6600 CH1 anschließen.
Anderes Kabelende an DHO804 CH1 anschließen.
Kanal CH1 am DHO804 aktivieren.
Frequenz einstellen, z. B. 1 kHz.
Linken Drehregler drehen.
Die Frequenz ändert sich sofort live.
Die Amplitude bestimmt, wie groß das Signal dargestellt wird.
Rechten Regler drehen oder über das Menü ändern.
Steile Flanken und klare Pegel.
Gleichmäßige Auf- und Abflanken.
Asymmetrische Form mit schnellem Rücksprung.
Jede Wellenform sieht auf dem DHO804 deutlich anders aus.
Wenn das Signal über den Bildschirm läuft, springt oder „tanzt“, ist meist der Trigger nicht korrekt eingestellt.
Das Signal beginnt ständig an unterschiedlichen Stellen.
Das Bild wirkt instabil oder „rennend“.
Das Oszilloskop startet die Darstellung immer an derselben Signalstelle.
Das Bild bleibt stabil.
Die Zeitbasis bestimmt, welcher Zeitausschnitt auf dem Bildschirm dargestellt wird. Bei 10 Divisionen Bildbreite und 1 ms/div sind insgesamt 10 ms sichtbar.
Faustregel: Eine Periode sollte etwa 5 Divisionen einnehmen, sodass insgesamt 2–3 Perioden auf dem Bildschirm sichtbar sind.
Wenn das Bild instabil ist, zuerst die AUTO-Taste drücken.
Das DHO804 stellt:
automatisch passend ein.
Reicht die automatische Triggerung (AUTO) nicht aus, kann der Trigger manuell eingestellt werden. Dadurch lässt sich das Signal gezielt stabilisieren und genauer darstellen.
Dazu wird am Rigol DHO804 die Taste TRIGGER gedrückt. Anschließend erscheint rechts im Bildschirm das Trigger-Menü mit den wichtigsten Einstellungen.
Dort können unter anderem folgende Parameter angepasst werden:
Das Oszilloskop aktualisiert die Darstellung erst, wenn die eingestellte Triggerbedingung erfüllt ist. Ein korrekt eingestellter Trigger sorgt dafür, dass das Signal stabil und ruhig auf dem Bildschirm steht. Ohne passenden Trigger kann die Darstellung wandern, springen oder flackern.
Triggerquelle auswählen, beispielsweise CH1.
Den LEVEL-Regler drehen, bis die Triggerlinie das Signal schneidet und die Darstellung stabil wird.
Die Triggerlinie sollte ungefähr in der Mitte des Signals liegen.
Signal steigt nach oben durch die Trigger-Schwelle.
Standard für fast alle Messungen.
Signal fällt nach unten durch die Trigger-Schwelle.
Rising Edge funktioniert in den meisten Fällen sofort.
Das DHO804 zeichnet auch dann, wenn kein perfekter Trigger gefunden wird.
Ideal zum Beobachten.
Das Bild wird nur aktualisiert, wenn ein gültiger Trigger erkannt wurde.
Stabiler für genaue Messungen.
Erfasst genau einmal ein Triggerereignis und friert die Anzeige ein.
Ideal für seltene oder einmalige Vorgänge, z. B. einen Einschaltvorgang.
Sperrt das erneute Triggern für eine einstellbare Zeit nach einem Triggerereignis.
Hilfreich bei Burst- oder Paketsignalen, wenn nur der Anfang des Pakets stabil dargestellt werden soll.
Für anspruchsvollere Messaufgaben bietet das DHO804 zusätzliche Trigger-Arten, die über das einfache Flankentriggern hinausgehen. Damit lassen sich gezielt seltene Fehler, kurze Störungen oder bestimmte Datenpakete erfassen.
Die erweiterten Triggerfunktionen werden über die Taste TRIGGER geöffnet. Im Trigger-Menü kann anschließend unter Type die gewünschte Trigger-Art ausgewählt werden.
Reagiert auf Impulse, die kürzer oder länger als ein festgelegter Zeitwert sind. Damit lassen sich beispielsweise kurze Störimpulse („Glitches“) in digitalen Schaltungen sichtbar machen, die bei normaler Flankentriggerung oft übersehen werden.
Einstellung am DHO804:
Das DHO804 kann gezielt auf bestimmte Datenpakete, Adressen oder Bitmuster serieller Schnittstellen triggern. Dadurch lässt sich in langen Datenfolgen schnell ein bestimmtes Ereignis finden, beispielsweise ein Schreibzugriff auf eine bestimmte I²C-Adresse.
Einstellung am DHO804:
Für die ersten Experimente ist AUTO der einfachste und stressfreieste Trigger-Modus.
Für stabile und gut lesbare Messungen sind einige Grundeinstellungen besonders wichtig. Dieses Kapitel erklärt die wichtigsten Bedienelemente und ihre praktische Bedeutung.
Automatische Grundeinstellung für Trigger, Zeitbasis und Spannungsskala.
Startet oder stoppt die laufende Messung.
STOP friert das aktuelle Signalbild ein.
Regelt die vertikale Darstellung des Signals:
Regelt die Zeitbasis des Signals:
Stabilisiert das Signalbild, damit die Darstellung nicht über den Bildschirm läuft.
Automatische und manuelle Messfunktionen für:
Aktivieren oder deaktivieren die vier Eingangskanäle.
Jeder Kanal besitzt eine eigene Farbe.
Für die ersten Experimente reichen meist wenige Bedienelemente:
Bestimmt die Zeit pro Kästchen auf der horizontalen Achse.
Kleine Werte zeigen schnelle Details, große Werte längere Signalverläufe.
Bestimmt die Spannung pro Kästchen auf der vertikalen Achse.
Damit wird die Signalhöhe angepasst.
Tastkopf und Oszilloskop müssen dieselbe Probe-Einstellung verwenden.
Bei einem 10:1-Tastkopf muss auch das DHO804 auf ×10 eingestellt sein.
Volts/div verkleinern oder AUTO drücken.
Trigger-Level anpassen oder AUTO verwenden.
Volts/div vergrößern.
Probe-Einstellung prüfen.
Das Rigol DHO804 ist ein 4-Kanal-Digital-Oszilloskop der DHO800-Serie und basiert auf der Phenix-II-Plattform. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Kanäle | 4 Analogkanäle |
| Bandbreite | 70 MHz (DHO804 → 70 MHz | DHO814 → 100 MHz) |
| Abtastrate | bis 1,25 GSa/s (Einzelkanal), reduziert bei mehreren Kanälen |
| Speichertiefe | 25 Mpts (Standard), 50 Mpts (optional) |
| Vertikale Auflösung | 12 Bit (Standard), bis 16 Bit im Hi-Res-Modus (durch Mittelung) |
| Eingangsimpedanz | 1 MΩ ‖ 13 pF |
| Eingangsspannung | max. ± 300 V (DC + Spitze) |
| Zeitbasis | 1 ns/div … 100 s/div |
| Triggertypen | Edge, Pulse, Slope, Video, RS232, I²C, SPI u. a. |
| Konnektivität | USB-Host, USB-Device, LAN (LXI), HDMI |
| Display | 8" TFT-Touchscreen, 1280 × 800 px |
Hinweis zur Bandbreite:
Das DHO804 besitzt standardmäßig eine Bandbreite von 70 MHz. In der Community wird diskutiert, dass sich das Gerät per Lizenz oder inoffizieller Freischaltung auf 100 MHz erweitern lässt, da die Hardware eng mit dem DHO814 verwandt ist.
Für typische Lern-, Maker- und Embedded-Projekte sind 70 MHz jedoch bereits mehr als ausreichend, beispielsweise für:
Höhere Bandbreiten werden vor allem bei schnellen digitalen Signalen, sehr steilen Flanken oder HF-Anwendungen relevant.
Der Lüfter des Rigol DHO 804 erzeugt im Betrieb einen deutlich wahrnehmbaren sirenenartigen Ton. Die von mir durchgeführte Modifikation zur Reduzierung dieses Tons habe ich hier beschrieben: Rigol DHO 804 Modifikation.
Neben den Grundeinstellungen bietet das DHO804 zahlreiche Zusatzfunktionen, die mit wachsender Erfahrung immer interessanter werden.
Durch Mittelung benachbarter Abtastwerte erhöht sich die effektive vertikale Auflösung auf bis zu 16 Bit bei niedrigen Frequenzen. Kleine Signalanteile und feine Spannungsänderungen werden dadurch besser sichtbar.
Aktivierung: Acquire → Mode → Hi-Res
I²C, SPI, UART/RS232 und weitere Busprotokolle können direkt auf dem Bildschirm dekodiert werden. Die Daten erscheinen dabei als lesbare Pakete über dem Signalverlauf.
Aktivierung: Decode → Type wählen → Protokoll auswählen → Kanäle festlegen
Das DHO804 kann bis zu 100 000 Wellenformen speichern und später schrittweise wiedergeben. Dadurch lassen sich seltene oder sporadische Fehler gezielt untersuchen.
Aktivierung: Acquire → Record/Play
Die Mathematikfunktionen ermöglichen Operationen wie Addition, Subtraktion oder Multiplikation mehrerer Signale. Die FFT (Fast Fourier Transform) zeigt zusätzlich das Frequenzspektrum des Signals an und hilft bei der Analyse von Oberwellen, Rauschen und Störungen.
Aktivierung: Math → Operation oder FFT auswählen
Screenshots, Wellenformen und Einstellungen können über USB oder Netzwerk exportiert werden. Zusätzlich unterstützt das DHO804 die Fernsteuerung per SCPI, beispielsweise mit Python und PyVISA.
Zugriff: Storage → Save oder Utility → I/O Setting → LAN/USB
Mit einem stabilen Signalbild können jetzt erste echte Messungen durchgeführt werden.
Manuelle Messung direkt im Signalbild.
Automatische Berechnung durch das DHO804.
Mit den Cursorn können Spannungen und Zeitabstände direkt gemessen werden.
Misst Spannungen zwischen zwei horizontalen Linien.
Beispiel: +1 V bis −1 V ergibt 2 V Differenz.
Misst Zeitabstände zwischen zwei vertikalen Linien.
Ideal zur Bestimmung der Periodendauer.
CURSOR-Taste drücken.
X- oder Y-Cursor auswählen.
Cursor mit den Reglern positionieren.
Differenz unten im Display ablesen.
Das DHO804 kann viele Messwerte automatisch berechnen.
MEASURE drücken.
Messgröße auswählen, z. B. Freq oder Vpp.
Kanal auswählen, z. B. CH1.
Ergebnis live auf dem Display sehen.
Frequenz des Signals.
Dauer einer vollständigen Periode.
Spitze-Spitze-Spannung.
Effektivwert des Signals.
Gleichanteil bzw. Offset.
Tastverhältnis bei Rechtecksignalen.
Anstiegs- und Abfallzeit zwischen 10 % und 90 % des Maximalwerts. Maß für die Flankensteilheit.
Positive Pulsbreite zwischen den 50-%-Pegelkreuzungen. Entspricht bei PWM der Einschaltzeit.
Anzeige: 1.000 kHz
Anzeige: 2.000 V
Besonders wichtig bei PWM- und Rechtecksignalen.
Ein typisches Beispiel für den Nutzen der Eingangskopplung: Ein Netzteil liefert 5 V Gleichspannung, überlagert von einem kleinen Ripple im Millivolt-Bereich.
AC-Kopplung ist also kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um kleine Wechselanteile auf großen Gleichspannungen sichtbar zu machen.
Werden zwei Signale gleicher Frequenz auf CH1 und CH2 angezeigt, lässt sich ihre zeitliche Verschiebung direkt messen. Aus dem Zeitversatz \( \Delta t \) ergibt sich der Phasenwinkel:
Beispiel: Zwei Signale mit \( T = 1\,\text{ms} \) und \( \Delta t = 0{,}25\,\text{ms} \) sind um 90° phasenverschoben.
Das Oszilloskop misst grundsätzlich nur Spannungen. Für Strommessungen wird der Strom indirekt erfasst, indem er in eine proportionale Spannung gewandelt wird.
Ein kleiner, bekannter Widerstand \( R_S \) wird in Reihe zur Last geschaltet. Aus der Spannung über dem Shunt ergibt sich der Strom:
\( I = \dfrac{U_{Shunt}}{R_S} \)
Typisch sind 0,1 … 1 Ω, damit der Spannungsabfall die Schaltung nicht beeinflusst.
Misst den Strom berührungslos über das Magnetfeld des Leiters und liefert eine proportionale Spannung, typisch 100 mV/A oder 10 mV/A.
Die Masse des DHO804 ist mit dem Schutzleiter verbunden. Liegt der Shunt in der Masseleitung (Low-Side), kann die Tastkopf-Masse direkt angeschlossen werden.
Bei einer High-Side-Messung (in der Plusleitung) kann die geerdete Tastkopf-Masse einen Kurzschluss verursachen. Hier wird ein Differenztastkopf oder ein isolierter Messkanal benötigt.
Am DHO804 kann die Stromzange an einem beliebigen Kanal angeschlossen werden. Die Empfindlichkeit (z. B. 100 mV/A) wird im Kanalmenü hinterlegt, sodass der Wert direkt in Ampere angezeigt wird.
Zusammenhang zwischen Frequenz und Periode:
\( f = \dfrac{1}{T} \)
Beispiel: 1 ms → 1 kHz
Zusammenhang zwischen Amplitude und Vpp:
\( U_{SS} = 2 \cdot \hat{U} \)
±2 V ergibt 4 V Spitze-Spitze.
Verhältnis von High-Zeit zur Gesamtperiode:
\( D = \dfrac{t_{ein}}{T} \)
50 % bedeutet: High- und Low-Zeit gleich lang.
Für die ersten Experimente reichen meist:
Diese drei Werte decken die meisten Grundlagen ab.
Schon mit wenigen Experimenten lassen sich auf dem DHO804 sehr unterschiedliche Signalformen beobachten. Wer ihre charakteristischen Merkmale kennt, kann Schaltungen schneller einordnen und Fehler erkennen.
Grundform periodischer Wechselgrößen. Tritt im Stromnetz (50 Hz), bei Generatoren wie dem JDS6600 oder in Resonanzkreisen auf. Verzerrungen weisen auf nichtlineare Bauelemente oder Übersteuerung hin.
Typisch für digitale Signale, Taktleitungen und PWM. Flache oder gerundete Flanken weisen auf begrenzte Bandbreite oder hohe kapazitive Belastung hin. Überschwingen entsteht durch parasitäre Induktivitäten und Reflexionen in Leitungen.
Entsteht durch Integration eines Rechtecksignals. Typisch für Spulenströme in Schaltnetzteilen. Die Symmetrie gibt Aufschluss über das Tastverhältnis der Ansteuerung.
Linearer Anstieg mit abruptem Abfall (oder umgekehrt). Typisch für Zeitbasissignale, Rampengeneratoren und bestimmte PWM- oder Sweep-Anwendungen.
Kurzzeitige hochfrequente Schwingung nach einer Flanke. Ursache sind parasitäre Induktivitäten und Kapazitäten, beispielsweise in langen Leitungen oder bei zu langer Masseverbindung am Tastkopf.
PWM-Signale (Pulsweitenmodulation) sind Rechtecksignale mit veränderlichem Tastverhältnis. Der Mittelwert (Gleichanteil) entspricht:
Der Mittelwert ergibt sich aus Tastverhältnis \( D \) und maximaler Spannung \( U_{max} \). Direkt messbar über Auto-Measure → Mean.
Zur Kontrolle kann ein RC-Tiefpass (z. B. 10 kΩ / 100 nF) nachgeschaltet werden. Die geglättete Ausgangsspannung entspricht näherungsweise dem Mittelwert und lässt sich mit einem Multimeter überprüfen.
Viele Probleme beim Einstieg entstehen nicht durch defekte Geräte, sondern durch kleine Einstellungen, falsche Skalierungen oder Trigger-Probleme.
Das Signal ist sehr klein oder fast unsichtbar.
Typische Ursachen:Das Signal wirkt abgeschnitten oder „platt“.
Typische Ursachen:Das Bild bleibt nicht stabil.
Ursache:Gemessene Werte stimmen nicht.
Typische Ursachen:Zwischen JDS6600 und DHO804 besteht keine Verbindung.
Prüfen:Werte ändern sich dauernd oder wirken instabil.
Typische Ursache:Das DHO804 zeigt keine Messwerte an.
Ursache:Im Signal sind 50-Hz-Brummen oder andere Störungen sichtbar.
Typische Ursache:Auf dem Bildschirm erscheint eine viel niedrigere Frequenz, als das Signal tatsächlich hat.
Ursache:Zwei Tastköpfe zeigen einen Zeitversatz, obwohl beide an derselben Quelle hängen.
Ursache:Nach den ersten Messungen mit dem JDS6600 können reale Schaltungen untersucht werden.
Der Arduino erzeugt digitale Rechtecksignale mit PWM.
Aufbau:Frequenzabhängiges Verhalten eines einfachen Filters beobachten.
Aufbau:Klassischer Timer-Baustein als Rechteckgenerator.
Messbar:Mehrere Signale gleichzeitig vergleichen.
Möglichkeiten:Besonders einfach und motivierend sind:
Beim Arbeiten mit Oszilloskop und Signalgenerator erscheinen viele technische Abkürzungen. Dieses Kapitel erklärt die wichtigsten Begriffe in einfacher und praxisnaher Form.
Ground = Masse oder Bezugspunkt einer Schaltung.
Die Masseklemme des Tastkopfes wird normalerweise mit GND verbunden.
Channel = Kanal.
Eingänge oder Ausgänge für unterschiedliche Signale.
Hertz = Frequenz.
Gibt an, wie oft sich ein Signal pro Sekunde wiederholt.
Typische Einheiten für schnelle elektronische Signale.
Volt = elektrische Spannung.
Millivolt und Mikrovolt
Kleine Sensorsignale, Audiosignale oder Messrauschen liegen oft im Milli- oder Mikrovoltbereich.
Voltage Peak-to-Peak
Spannung zwischen kleinstem und größtem Signalwert.
Root Mean Square
Effektivwert einer Wechselspannung.
Division
Ein Rasterfeld auf dem Bildschirm.
Zeit pro Rasterfeld auf der horizontalen Achse.
Spannung pro Rasterfeld auf der vertikalen Achse.
Stabilisiert die Darstellung, damit das Signal nicht über den Bildschirm läuft.
Fast Fourier Transform
Stellt das Frequenzspektrum eines Signals dar.
Standard Commands for Programmable Instruments
Standard zur Fernsteuerung von Messgeräten, etwa per Python.
Direct Digital Synthesis
Digitale Erzeugung präziser Signale.
Verhältnis zwischen High- und Low-Zeit eines Rechtecksignals.
Verschiebung des Signals nach oben oder unten.
Stärke bzw. Höhe eines Signals.
Protective Earth
Schutzleiter bzw. Erdung.
Safety Extra Low Voltage
Schutzkleinspannung mit besonders geringer Gefährdung.
Alternating Current
Wechselspannung bzw. Wechselstrom.
Direct Current
Gleichspannung bzw. Gleichstrom.
Viele Abkürzungen werden direkt auf dem Display des DHO804 oder des JDS6600 angezeigt.
Beispiel: Signal über 4 Divisionen bei 100 mV/div = 400 mV.
Beispiel: Periode über 5 Divisionen bei 1 µs/div = 5 µs → f = 200 kHz.
50 %: symmetrischer Rechteck. 25 %: kurze Pulse.
Das DHO804 berechnet das automatisch (Auto-Measure → Vrms).
Der RMS-Wert (Root Mean Square) beschreibt die effektive Wirkung einer Wechselspannung. Er entspricht der Gleichspannung, die dieselbe Leistung in einem Widerstand erzeugen würde.
Für einfache Sinussignale gilt:
Das DHO804 berechnet den True-RMS-Wert digital aus den gemessenen Abtastwerten. Dadurch funktioniert die Messung auch bei Rechteck-, PWM- oder verzerrten Signalen.
PWM (Pulsweitenmodulation)
schaltet eine Spannung sehr schnell ein und aus.
Entscheidend ist dabei das Tastverhältnis
\(D\) („Duty Cycle“).
Bei 50 % Tastverhältnis
ist das Signal die Hälfte der Zeit eingeschaltet.
Der zeitliche Mittelwert beträgt dann:
PWM wird häufig verwendet zur:
Zeitversatz zweier Signale gleicher Frequenz in einen Phasenwinkel umgerechnet.
Der Strom ergibt sich aus der gemessenen Spannung am bekannten Shunt-Widerstand.
Bei dieser Frequenz ist die Ausgangsspannung auf 70,7 % der Eingangsspannung gesunken.
Die folgenden Formeln decken die wichtigsten Berechnungen rund um Oszilloskop-Messungen ab. Zwei davon, der Effektivwert (RMS) und der PWM-Mittelwert, werden am Ende ausführlicher erläutert.
Beispiel: \( T = 1\,\text{ms} \) → \( f = 1\,\text{kHz} \).
Beispiel: 4 Divisionen bei 100 mV/div = 400 mV.
Beispiel: 5 Divisionen bei 1 µs/div = 5 µs → \( f = 200\,\text{kHz} \).
50 %: symmetrischer Rechteck. 25 %: kurze Pulse.
Zwei Signale gleicher Frequenz mit \( \Delta t = T/4 \) sind 90° phasenverschoben.
Beispiel: 1 V Spannungsabfall an einem 1-Ω-Shunt = 1 A.
Bei dieser Frequenz ist die Ausgangsspannung auf 70,7 % der Eingangsspannung gesunken.
Der RMS-Wert (Root Mean Square) beschreibt die effektive Wirkung einer Wechselspannung. Er entspricht der Gleichspannung, die in einem Widerstand dieselbe Leistung erzeugen würde.
Dabei wird das Signal zunächst quadriert, anschließend über eine vollständige Periode gemittelt und danach die Quadratwurzel gebildet.
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| \( U_{\text{eff}} \) | Effektivwert der Spannung (RMS) |
| \( u(t) \) | momentane Spannung zum Zeitpunkt \( t \) |
| \( T \) | Periodendauer des Signals |
| \( \int \) | Integral über eine vollständige Periode |
| \( \sqrt{\phantom{x}} \) | Quadratwurzel |
Für ein ideales Sinussignal vereinfacht sich die Formel zu:
Bei einem idealen Rechtecksignal entspricht der RMS-Wert direkt der Signalhöhe, da das Signal konstant zwischen den Pegeln wechselt.
Das DHO804 berechnet den True-RMS-Wert automatisch aus den gemessenen Abtastwerten. Dadurch funktioniert die Messung auch bei Rechteck-, PWM- oder verzerrten Signalen.
PWM (Pulsweitenmodulation) schaltet eine Spannung sehr schnell ein und aus. Entscheidend ist das Tastverhältnis \( D \) („Duty Cycle“).
Das Tastverhältnis beschreibt, wie lange das Signal innerhalb einer Periode eingeschaltet ist.
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| \( \bar{U} \) | zeitlicher Mittelwert der Spannung |
| \( D \) | Tastverhältnis (0 … 1 bzw. 0 … 100 %) |
| \( t_{\text{High}} \) | Einschaltzeit des Signals |
| \( T \) | Periodendauer |
| \( U_{\text{max}} \) | maximale Spannung des PWM-Signals |
Beispiel: Bei \( D = 50\,\% \) und \( U_{\text{max}} = 5\,\text{V} \) ergibt sich:
Der Mittelwert beschreibt den durchschnittlichen Gleichspannungsanteil des PWM-Signals. Der RMS-Wert hingegen beschreibt die effektive Leistung beziehungsweise Wärmewirkung.
Für die Messung des PWM-Mittelwerts sollte die Eingangskopplung des Oszilloskops auf DC stehen, da AC-Kopplung den Gleichanteil entfernt.
Das DHO804 zeigt diesen Wert direkt über Auto-Measure → Mean an. Ein nachgeschalteter RC-Tiefpass (z. B. 10 kΩ / 100 nF) glättet das Signal so weit, dass der Mittelwert auch mit einem Multimeter messbar wird.
Mit einem modernen Digitaloszilloskop können elektronische Signale sichtbar gemacht und präzise gemessen werden. Die wichtigsten Erkenntnisse in Kurzform:
Die beste Lernmethode ist das Experimentieren: Verschiedene Signale verbinden, Frequenzen und Amplituden ändern, kleine Schaltungen aufbauen. Jede Messung bringt neue Erkenntnisse.
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