Grundfunktion

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Im vorherigen Kapitel zum Ohmschen Gesetz wurde der grundlegende Zusammenhang zwischen Spannung, Strom und Widerstand eingeführt. Daraus folgt: Der Widerstand bestimmt, wie groß der Strom bei gegebener Spannung ist.

Ein Widerstand ist ein Bauelement, das den Stromfluss gezielt begrenzt. Dabei wird ein Teil der elektrischen Energie in Wärme umgewandelt.

Für viele Materialien und Bauteile gilt der lineare Zusammenhang des Ohmschen Gesetzes:

\[ R = \frac{U}{I} \]
  • \(R\) – Widerstand in Ohm (Ω)
  • \(U\) – Spannung in Volt (V)
  • \(I\) – Strom in Ampere (A)

Diese Beziehung gilt für sogenannte ohmsche Leiter, bei konstanter Temperatur.

Der Widerstand ist darüber hinaus eine physikalische Eigenschaft eines Leiters und hängt sowohl vom Material als auch von seiner Geometrie ab.

Spezifischer Widerstand

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Der Widerstand eines Leiters hängt vom Material und von seiner Geometrie ab. Für einen Draht gilt:

\[ R = \rho \cdot \frac{l}{A} \]

Dabei ist:

  • \(R\) – Widerstand in Ohm (\(\Omega\))
  • \(\rho\) – spezifischer Widerstand
  • \(l\) – Länge des Leiters (m)
  • \(A\) – Querschnittsfläche

Ein längerer Leiter hat einen größeren Widerstand, ein größerer Querschnitt verringert ihn.

Bedeutung des spezifischen Widerstands

Der spezifische Widerstand \(\rho\) ist eine Materialkonstante (temperaturabhängig). Er beschreibt die elektrische Leitfähigkeit eines Materials unabhängig von Form und Größe.

Kleine Werte kennzeichnen gute Leiter (z. B. Kupfer), große Werte schlechte Leiter oder Isolatoren.

Übliche Einheiten sind: \(\Omega \cdot \text{mm}^2 / \text{m}\) oder \(\Omega \cdot \text{m}\).

Beispiel

Ein Kupferdraht mit:

  • \(\rho = 0{,}0178\ \Omega \cdot \text{mm}^2/\text{m}\)
  • \(l = 10\ \text{m}\)
  • \(A = 1\ \text{mm}^2\)
\[ R = 0{,}0178 \cdot \frac{10}{1} = 0{,}178\ \Omega \]

Trotz der Länge bleibt der Widerstand klein, da Kupfer ein guter Leiter ist.

Bei einem Material mit höherem spezifischen Widerstand (z. B. Konstantan mit \(\rho \approx 0{,}5\ \Omega \cdot \text{mm}^2/\text{m}\)) ergibt sich:

\[ R = 0{,}5 \cdot \frac{10}{1} = 5\ \Omega \]

Der Widerstand ist bei gleichen Abmessungen deutlich größer.

Umstellen der Formel

\[ \rho = \frac{R \cdot A}{l} \]

Damit lässt sich aus Messwerten auf das Material schließen.

Merksätze

  • Der Widerstand steigt mit der Länge \(l\)
  • Der Widerstand sinkt mit der Fläche \(A\)
  • \(\rho\) ist eine Materialeigenschaft

Leistung und Wärme

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Beim Stromfluss wird elektrische Energie in Wärme umgewandelt. Die elektrische Leistung beschreibt die umgesetzte Energie pro Zeit.

\[ P = U \cdot I \]

mit: \(P\) in Watt (W), \(U\) in Volt (V), \(I\) in Ampere (A)

\[ P = I^2 \cdot R \] \[ P = \frac{U^2}{R} \]

Die Leistung wächst stark mit dem Strom. Durch den quadratischen Zusammenhang führt eine Verdopplung des Stroms zu einer Vervierfachung der Leistung.

Diese Wärme wird als Joulesche Wärme bezeichnet. Bauteile dürfen nur bis zu ihrer maximalen Leistung belastet werden.

  • Berechnung elektrischer Größen
  • Auslegung von Bauteilen
  • Vermeidung von Überhitzung

Die Grundlagen der elektrischen Leistung wurden bereits im Kapitel Elektrische Leistung eingeführt und werden hier auf den Widerstand angewendet.

Formelzeichen und Bedeutungen

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Symbol Bedeutung Einheit
\( R \) Elektrischer Widerstand \( \Omega \) (Ohm)
\( U \) Elektrische Spannung \( \mathrm{V} \) (Volt)
\( I \) Elektrische Stromstärke \( \mathrm{A} \) (Ampere)
\( \rho \) Spezifischer Widerstand (Materialkonstante) \( \Omega \cdot \mathrm{m} \) oder \( \Omega \cdot \mathrm{mm}^2/\mathrm{m} \)
\( l \) Länge des Leiters \( \mathrm{m} \)
\( A \) Querschnittsfläche \( \mathrm{m}^2 \) oder \( \mathrm{mm}^2 \)
\( P \) Elektrische Leistung \( \mathrm{W} \) (Watt)
\( W \) Elektrische Energie / Arbeit \( \mathrm{J} \) (Joule)
\( t \) Zeit \( \mathrm{s} \) (Sekunde)
\( U_{\text{Shunt}} \) Spannungsabfall am Shunt-Widerstand \( \mathrm{V} \)
\( R_{\text{Shunt}} \) Shunt-Widerstand \( \Omega \) (meist mΩ)
\( I_{\text{max}} \) Maximaler Strom \( \mathrm{A} \)

Wichtige Formeln im Überblick

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Formel Bedeutung Einheiten
\( R = \frac{U}{I} \) Ohmsches Gesetz (Widerstand aus Spannung und Strom) \( [R] = \frac{\mathrm{V}}{\mathrm{A}} = \Omega \)
\( U = R \cdot I \) Spannungsabfall an einem Widerstand \( [U] = \Omega \cdot \mathrm{A} = \mathrm{V} \)
\( I = \frac{U}{R} \) Strom durch einen Widerstand \( [I] = \frac{\mathrm{V}}{\Omega} = \mathrm{A} \)
\( R = \rho \cdot \frac{l}{A} \) Widerstand eines Leiters (Material + Geometrie) \( [R] = \Omega \)
\( \rho = \frac{R \cdot A}{l} \) Bestimmung des spezifischen Widerstands \( [\rho] = \Omega \cdot \mathrm{m} \)
\( P = U \cdot I \) Elektrische Leistung \( [P] = \mathrm{V} \cdot \mathrm{A} = \mathrm{W} \)
\( P = I^2 \cdot R \) Leistung bei bekanntem Strom \( [P] = \mathrm{A}^2 \cdot \Omega = \mathrm{W} \)
\( P = \frac{U^2}{R} \) Leistung bei bekannter Spannung \( [P] = \frac{\mathrm{V}^2}{\Omega} = \mathrm{W} \)
\( W = P \cdot t \) Elektrische Energie aus Leistung und Zeit \( [W] = \mathrm{W} \cdot \mathrm{s} = \mathrm{J} \)
\( R_{\text{Shunt}} = \frac{U_{\text{Shunt}}}{I} \) Berechnung eines Shunt-Widerstands \( [R] = \Omega \)
\( P = U_{\text{Shunt}} \cdot I \) Verlustleistung am Shunt \( [P] = \mathrm{W} \)

Bauformen

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Widerstände gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Diese bestimmen, wie ein Bauteil montiert wird, welche Leistung es verträgt und wie genau sein Widerstandswert ist.

Bedrahtete Widerstände

Klassische Widerstände besitzen Anschlussdrähte und werden durch die Platine gesteckt und verlötet. Sie sind einfach zu handhaben und besonders für Prototypen geeignet.

Kohleschicht: günstig, einfache Anwendungen
Metallschicht: präzise, stabil
Draht: hohe Leistung, gute Kühlung

SMD-Widerstände

SMD-Widerstände (Surface Mounted Devices) werden direkt auf die Oberfläche der Platine gelötet und besitzen keine Anschlussdrähte. Sie sind sehr klein und ermöglichen kompakte Bauweisen.

Typische Größen werden durch Codes wie 0402 oder 0805 angegeben, die die Abmessungen des Bauteils beschreiben.

Spezielle Bauformen

Für besondere Anwendungen existieren spezielle Widerstände:

Hochlastwiderstände: wandeln große Leistungen in Wärme um, z. B. in Leistungsanwendungen
Präzision: sehr genaue Widerstandswerte mit geringer Abweichung (Toleranz)
Potentiometer: verstellbarer Widerstand zur Einstellung von Spannung oder Strom
Shunt-Widerstände: sehr kleiner Widerstand zur Strommessung über Spannungsabfall

Shunt-Widerstand

Ein Shunt-Widerstand ist ein sehr kleiner Widerstand zur Strommessung. Der Name kommt vom englischen „to shunt“ = umleiten.

„Klein“ ist dabei relativ: Der Widerstand wird so gewählt, dass er den Stromkreis kaum beeinflusst, aber dennoch eine messbare Spannung erzeugt.

Fließt Strom durch den Shunt, entsteht ein Spannungsabfall:

\[ U = R \cdot I \]

Diese Spannung wird gemessen und daraus der Strom berechnet. Typische Spannungsabfälle liegen im Bereich von wenigen Millivolt bis etwa 100 mV.

Da der Widerstand sehr klein ist, beeinflusst er den Stromkreis nur gering, erzeugt jedoch eine Verlustleistung, die bei der Auslegung berücksichtigt werden muss.

Merksatz: Den Widerstand so klein wie möglich und so groß wie nötig wählen – klein für geringe Verluste, groß genug für eine messbare Spannung.

Die Messspannung wird nicht gemessen, sondern festgelegt. Sie wird so gewählt, dass sie gut messbar ist, den Stromkreis aber möglichst wenig beeinflusst. Typische Werte liegen im Bereich von 10 mV bis 100 mV.

Maximalstrom festlegen z. B. I = 50 A Messspannung festlegen z. B. U = 50 mV Shunt berechnen R = U / I → R = 1 mΩ Leistung prüfen P = U · I = 2,5 W

Beispiel

Ein Strom von \( I = 50\,\text{A} \) soll gemessen werden. Die gewünschte Messspannung beträgt \( U = 50\,\text{mV} = 0{,}05\,\text{V} \).

Gesucht ist der passende Shunt-Widerstand:

\[ R = \frac{U}{I} = \frac{0{,}05\,\text{V}}{50\,\text{A}} = 1\,\text{m}\Omega \]

Der Shunt muss also einen Widerstand von \( 1\,\text{m}\Omega \) besitzen.

Die entstehende Verlustleistung beträgt:

\[ P = U \cdot I = 0{,}05\,\text{V} \cdot 50\,\text{A} = 2{,}5\,\text{W} \]

Der Widerstand muss daher für mindestens diese Leistung ausgelegt sein.

50 A Shunt 1 mΩ V 0,05 V ΔU

Shunt-Widerstände werden unter anderem in Netzteilen, Batterien und Motorsteuerungen eingesetzt.

Sie dienen nicht nur der kurzfristigen Messung, sondern sind meist fest in die Schaltung integriert. Als Sensor erfassen sie den Stromfluss kontinuierlich und ermöglichen dessen Auswertung.

Strommessung: Multimeter vs. Shunt

Multimeter A I Messgerät wird in Reihe eingeschleift meist nur temporär Shunt-Messung Shunt V I fest in Schaltung integriert kontinuierliche Messung Messung über Spannung (U = R · I)

Die Grafik zeigt zwei grundlegende Methoden zur Strommessung: links die direkte Messung mit einem Multimeter und rechts die indirekte Messung über einen Shunt-Widerstand.

Bei der Messung mit dem Multimeter wird das Gerät in Reihe in den Stromkreis eingeschleift. Der gesamte Strom fließt durch das Messgerät, wodurch der Strom direkt angezeigt werden kann. Diese Methode ist einfach und schnell anwendbar, eignet sich jedoch meist nur für temporäre Messungen, da der Stromkreis dafür unterbrochen werden muss.

Im Gegensatz dazu bleibt bei der Shunt-Messung der Stromkreis dauerhaft geschlossen. Hier wird ein kleiner, bekannter Widerstand (Shunt) in Reihe eingebaut. An diesem fällt eine geringe Spannung ab, die mit einem Voltmeter gemessen wird. Über das Ohmsche Gesetz lässt sich daraus der Strom berechnen. Diese Methode eignet sich besonders für kontinuierliche Messungen und hohe Ströme, da sie stabil und gut integrierbar ist.

Zusammengefasst:
Das Multimeter ist ideal für einfache, kurzfristige Messungen, während die Shunt-Methode vor allem in fest installierten Systemen zur dauerhaften Stromüberwachung eingesetzt wird.

Kennzeichnung

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Widerstände sind mit ihrem Wert und ihrer Toleranz gekennzeichnet. Die Art der Kennzeichnung hängt von der Bauform ab.

Farbcodierung (bedrahtete Widerstände)

Bei klassischen Widerständen wird der Wert durch Farbringe dargestellt. Jede Farbe entspricht einer Zahl, aus der sich der Widerstandswert ergibt.

Beispiel:
Braun – Schwarz – Rot – Gold → \(10 \cdot 10^2 = 1000\,\Omega = 1\,k\Omega\) ±5 %

SMD-Codes

SMD-Widerstände besitzen meist einen aufgedruckten Zahlencode. Dieser gibt den Widerstandswert in verkürzter Form an.

Beispiele:
102 → \(10 \cdot 10^2 = 1000\,\Omega = 1\,k\Omega\)
472 → \(47 \cdot 10^2 = 4700\,\Omega = 4{,}7\,k\Omega\)
4R7 → \(4{,}7\,\Omega\)

Zusätzlich wird häufig eine Toleranz angegeben, die beschreibt, wie stark der tatsächliche Wert vom Sollwert abweichen darf (z. B. ±1 %, ±5 %).

Bedeutung in der Elektronik

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Widerstände gehören zu den grundlegenden Bauelementen jeder elektronischen Schaltung. Ohne sie wäre eine gezielte Steuerung von Strom und Spannung nicht möglich.

Strombegrenzung: Begrenzung des Stromflusses zum Schutz von Bauteilen.
Spannungsteilung: Aufteilung einer Spannung in definierte Teilspannungen.
Signalanpassung: Anpassung elektrischer Signale an gewünschte Eigenschaften.
Messanwendungen: Erfassung von Strömen über Shunt-Widerstände.

Widerstände werden in nahezu allen elektronischen Geräten eingesetzt – von einfachen Schaltungen bis hin zu komplexen Systemen.

Typische Bauformen im Überblick

Kohleschichtwiderstand
Kohleschicht
Metallschichtwiderstand
Metallschicht
Drahtwiderstand
Drahtwiderstand
SMD Widerstand
SMD

Vergleich der Bauformen

Bauform Vorteile Nachteile Typische Anwendung
Kohleschicht günstig, weit verbreitet geringere Genauigkeit einfache Schaltungen
Metallschicht hohe Genauigkeit, stabil teurer als Kohleschicht Präzisionsschaltungen
Drahtwiderstand hohe Belastbarkeit größer, induktiv → bei Wechselstrom kann dies das Verhalten beeinflussen Leistungsanwendungen
SMD (Chip) sehr klein, automatisierbar schwer zu löten (manuell) moderne Elektronik
Shunt sehr genau für Strommessung erwärmt sich stark Messschaltungen

Fazit

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Der elektrische Widerstand beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und Strom und ist damit eine zentrale Größe der Elektrotechnik.

Er hängt sowohl vom Material als auch von der Geometrie eines Leiters ab und bestimmt, wie sich elektrische Energie in einer Schaltung verteilt und umgewandelt wird.

In der Praxis wird der Widerstand gezielt eingesetzt – etwa zur Strombegrenzung, Spannungsteilung oder zur Messung von Strömen mit Shunt-Widerständen.

Merksatz: Widerstände bestimmen nicht nur den Stromfluss, sondern sind zentrale Werkzeuge zur Steuerung und Analyse elektrischer Schaltungen.