Was ist ein Agent?

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Ein Agent ist ein KI System, das ein Ziel erhält und selbst entscheidet, welche Schritte nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Bei klassischen Workflows ist der Ablauf fest vorgegeben: Schritt 1, dann Schritt 2, dann Schritt 3. Ein Agent arbeitet flexibler. Er analysiert die Aufgabe, plant mögliche Schritte, führt sie aus und bewertet anschließend das Ergebnis. Danach entscheidet er, ob das Ziel erreicht wurde oder ob weitere Aktionen notwendig sind.

Die Kernidee

Ein Workflow folgt einem festen Ablauf. Ein Agent plant die nächsten Schritte selbst und passt sie bei Bedarf an.

Alltagsvergleich:
Ein Workflow ist wie ein Rezept: Alle Schritte stehen fest und werden der Reihe nach ausgeführt.

Ein Agent ist eher wie ein erfahrener Koch, der nur die Aufgabe bekommt: „Mach etwas mit dem, was im Kühlschrank ist.“ Er schaut nach, bewertet die Möglichkeiten und entscheidet selbst, welche Schritte sinnvoll sind.

Workflow oder Agent?

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Sowohl Workflows als auch Agenten automatisieren Aufgaben. Der Unterschied liegt darin, wie Entscheidungen getroffen werden.

Eigenschaft Workflow Agent
Ablauf Fest definiert Dynamisch
Entscheidungen Vorab festgelegt Situationsabhängig
Werkzeuge Fest verbunden Flexible Auswahl
Verarbeitung Schritt für Schritt Anpassbar während der Ausführung
Vorhersehbarkeit Hoch Variabel
Einsatzgebiet Wiederkehrende Aufgaben Komplexe oder offene Aufgaben

Weder besser noch schlechter:
Beide Konzepte haben unterschiedliche Stärken. Für das tägliche Abrufen von Ladestationsdaten ist ein Workflow ideal. Für Aufgaben wie „Analysiere meine letzten 50 Fotos und schlage eine sinnvolle Ordnerstruktur vor“ eignet sich eher ein Agent.

Wie ein Agent arbeitet

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Moderne Agenten arbeiten in wiederkehrenden Schritten: analysieren, handeln und Ergebnisse bewerten. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis das Ziel erreicht ist.

Das Muster heißt ReAct, eine Kurzform für Reasoning and Acting, also Schlussfolgern und Handeln. Es beschreibt, wie ein Agent mit einer Aufgabe umgeht:

1. Thought – Überlegen

Das KI-Modell analysiert die Aufgabe und den bisherigen Stand. Es überlegt: Was weiß ich bereits? Was fehlt noch? Welches Werkzeug hilft als nächstes? Dieser Schritt ist für den Benutzer unsichtbar, er findet intern im Sprachmodell statt.

2. Action – Handeln

Der Agent führt den gewählten Schritt aus: Er ruft ein Werkzeug auf, stellt eine Anfrage, liest eine Datei oder berechnet etwas. Dieser Schritt ist sichtbar, in n8n erscheint er als Ausführung eines Sub-Nodes.

3. Observation – Beobachten

Das Ergebnis der Aktion fließt zurück an das Sprachmodell. Der Agent wertet aus: Hat das geholfen? Bin ich fertig? Was muss ich als nächstes tun?

4. Wiederholen oder abschließen

Ist die Aufgabe noch nicht gelöst, beginnt der Ablauf erneut. Der Agent nutzt dabei die Erkenntnisse aus den vorherigen Schritten. Sobald das Ziel erreicht ist, liefert er das endgültige Ergebnis zurück.

Konkretes Beispiel:

Aufgabe
„Finde die nächste freie Ladestation in meiner Nähe und prüfe, ob sie AC oder DC lädt.“

Thought
Zuerst wird der Standort benötigt, danach die passenden Ladestationen.

Action
Standort API aufrufen.

Observation
Standort erkannt: Hamburg, 53.58° N.

Thought
Jetzt die Ladestationen in der Umgebung abfragen.

Action
EV API mit den Koordinaten aufrufen.

Observation
Drei Stationen gefunden. Station A ist frei und unterstützt DC mit 50 kW.

Antwort
„Station A, 400 m entfernt, frei, DC 50 kW.“

Werkzeuge – die Hände des Agenten

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Ein Agent ist nur so nützlich wie die Werkzeuge, die ihm zur Verfügung stehen. Werkzeuge sind alles, was der Agent aufrufen darf.

Das Sprachmodell eines Agenten kann nicht direkt mit der Außenwelt interagieren. Es verarbeitet Informationen und erzeugt Antworten. Werkzeuge bilden die Verbindung zu externen Diensten, Datenquellen und Funktionen. In n8n werden diese Werkzeuge als eigene Nodes an den Agenten angebunden. Typische Werkzeuge sind:

HTTP Request: APIs und Webdienste abfragen. Das vielseitigste Werkzeug für externe Daten und Dienste.


Calculator: Mathematische Berechnungen zuverlässig ausführen. Sprachmodelle können bei Zahlen Fehler machen, ein Rechner liefert konsistente Ergebnisse.


Wikipedia oder Websuche: Aktuelle Informationen abrufen, die nicht im Trainingsstand des Modells enthalten sind.


Code Ausführung: Eigenen JavaScript oder Python Code verwenden, wenn fertige Werkzeuge nicht ausreichen.


Eigene Workflows als Werkzeuge: Bestehende n8n Workflows können selbst als Werkzeug dienen. Ein Agent ruft sie dann wie einen externen Dienst auf.

Sicherheitsregel:
Einem Agenten nur die Werkzeuge geben, die er für die jeweilige Aufgabe wirklich braucht. Ein Agent mit Schreibzugriff auf Dateisystem und E-Mail-Versand kann bei einem Fehler deutlich mehr Schaden anrichten als einer, der nur lesen darf. Weniger Werkzeuge bedeutet mehr Kontrolle.

Gedächtnis – was ein Agent sich merken kann

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Ein Sprachmodell hat von Natur aus kein dauerhaftes Gedächtnis. Agenten können dieses Problem auf verschiedene Weisen lösen.

Kontext-Fenster (kurzfristig)

Innerhalb eines Durchlaufs „erinnert" sich der Agent an alles, was bisher passiert ist: alle Gedanken, Aktionen und Beobachtungen des aktuellen ReAct-Zyklus. Dieses Gedächtnis endet, wenn der Workflow abgeschlossen ist.

Window Buffer Memory (sitzungsbasiert)

In n8n gibt es einen Memory-Node, der die letzten N Nachrichten einer Unterhaltung speichert. Nützlich für Chat-Agenten, die sich an frühere Fragen im selben Gespräch erinnern sollen.

Externe Datenbank (langfristig)

Für dauerhaftes Gedächtnis über mehrere Sitzungen hinweg werden Informationen in einer externen Datenbank gespeichert, z.B. Airtable, Supabase oder eine einfache JSON-Datei. Der Agent schreibt beim Abschluss wichtige Erkenntnisse hinein und liest sie beim nächsten Start wieder aus.

Vektordatenbank (semantisches Gedächtnis)

Für große Mengen an Dokumenten oder Notizen. Inhalte werden als mathematische Vektoren gespeichert, sodass der Agent nicht nach exakten Begriffen suchen muss, sondern nach inhaltlicher Ähnlichkeit. In n8n über den Vector Store-Node einbindbar.

Wann ein Agent sinnvoll ist

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Nicht jede Automatisierung braucht einen Agenten. Aber für bestimmte Aufgaben ist er das einzig sinnvolle Werkzeug.

Die Aufgabe ist offen formuliert

„Fasse die wichtigsten Punkte aus diesen fünf Dokumenten zusammen" ist kein fester Ablauf, es braucht Urteilsvermögen. Ein Agent kann das, ein einfacher Workflow nicht.

Die Anzahl der Schritte ist unbekannt

Manchmal reicht eine API-Abfrage, manchmal braucht es fünf. Ein Agent passt die Tiefe seiner Recherche an die Aufgabe an, ein Workflow muss alle möglichen Schritte vorab kennen.

Die Eingabe ist unstrukturiert

Freitext, natürliche Sprache, Bilder oder gemischte Formate, ein Agent kann damit umgehen, ein Workflow erwartet definierte Datenstrukturen.

Interaktive Konversation

Chat-Interfaces, bei denen der Benutzer Rückfragen stellt und der Agent auf den Gesprächsverlauf reagieren soll, sind typische Agenten-Anwendungen. Unser Gitarren-Akkord-Assistent ist ein gutes Beispiel: „Kannst du das etwas jazziger machen?" Der Agent versteht den Kontext der vorherigen Antwort.

Grenzen und Risiken

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Agenten bieten viele Möglichkeiten. Gerade deshalb ist es wichtig, ihre Grenzen und Risiken realistisch einzuschätzen, bevor sie eingesetzt werden.

Kosten

Jeder ReAct-Zyklus erzeugt API-Kosten. Ein Agent, der fünf Iterationen benötigt, verbraucht fünfmal so viele Tokens wie ein einzelner LLM-Aufruf. Bei häufig laufenden Agenten summiert sich das schnell. Immer Obergrenzen für Iterationen setzen.

Halluzinationen

Sprachmodelle erfinden manchmal Antworten, die plausibel klingen aber falsch sind. In einem Agenten kann das dazu führen, dass er ein Werkzeug mit falschen Parametern aufruft oder eine Schlussfolgerung zieht, die nicht stimmt. Kritische Ergebnisse immer prüfen.

Endlosschleifen

Ohne klare Begrenzung kann ein Agent denselben Ablauf immer wieder ausführen, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Deshalb sollte in n8n immer eine maximale Anzahl von Durchläufen festgelegt werden (Standardwert: 10).

Unvorhersehbarer Weg

Bei einem Workflow ist der Ablauf klar definiert und dadurch gut nachvollziehbar. Agenten reagieren flexibler, ihr Verhalten ist jedoch schwerer vorherzusagen. Das erschwert Tests und Fehlersuche. Für sicherheitskritische Aufgaben, etwa das Löschen von Daten oder das Versenden von E Mails, sind klassische Workflows meist die bessere Wahl.

Agenten in n8n

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n8n besitzt einen eigenen AI Agent Node, mit dem sich Agenten visuell aufbauen und mit Werkzeugen verbinden lassen.

AI Agent Node

Der zentrale Baustein eines Agenten. Er verarbeitet die Aufgabe, nutzt Werkzeuge und erzeugt das Ergebnis. Konfiguriert werden unter anderem das Sprachmodell, die maximale Anzahl von Durchläufen, der System Prompt und die verfügbaren Werkzeuge.

Werkzeuge

Werkzeuge werden als eigene Nodes mit dem Agenten verbunden. Der Agent entscheidet selbst, wann und wie er sie verwendet. Klare Namen und präzise Beschreibungen verbessern die Zuverlässigkeit deutlich.

System Prompt

Der System Prompt definiert das Verhalten des Agenten: Sprache, Stil, Regeln und Einschränkungen. Je präziser diese Vorgaben formuliert sind, desto nachvollziehbarer arbeitet der Agent.

Einstiegsempfehlung:
Für erste Experimente eignet sich der AI Agent Node zusammen mit dem integrierten Wikipedia Tool. Dadurch lässt sich das Verhalten eines Agenten direkt beobachten, ohne eigene API Keys einrichten zu müssen.

Nächste Schritte

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Die Grundlagen zu Workflows, n8n und Agenten sind gelegt. Als Nächstes folgt die klare Abgrenzung der wichtigsten Begriffe und anschließend der praktische Einstieg.

LLM · Agent · Workflow

Diese Begriffe werden häufig miteinander vermischt. Die nächste Seite erklärt die Unterschiede, Zusammenhänge und typischen Einsatzbereiche anhand konkreter Beispiele.

n8n installieren

Für den praktischen Einstieg folgt anschließend die Installation von n8n. Ob Cloud, Docker oder Desktop Version: Der passende Einstieg hängt vom Einsatzzweck ab. Die Setup Seite erklärt die wichtigsten Möglichkeiten und zeigt einen einfachen Einstieg ohne Serverkenntnisse.